Restlos glücklich: Pumpernickel Bagels über Nacht & Dattelcreme

Ich möchte in Kiel leben, meinetwegen auch in Berlin. Irgendwo jedenfalls, wo ich keine Probleme mehr mit Resten hätte – weil es Läden wie „(Original) Unverpackt“ gibt. Dort könnte ich genau 50 Gramm Walnüsse kaufen und nicht 150 oder 200 oder mehr. Ich bekäme auch exakt 165 Gramm Zuckerrübensirup und 100 Gramm Frischkäse. Ich nähme meine eigenen Gläser und Dosen mit und sparte so obendrein die Verpackung. Das ist (m)ein Traum vom Glück.

Leider gibt es so einen Laden weder in H, noch im Süden beim Kerl (gefunden!). Ich bin an Normgrößen gebunden und stehe hinterher mit den Überbleibseln da: 150 Gramm Walnüssen, 150 Gramm Frischkäse, sehr viel Zuckerrübensirup.
Sicher: Das meiste davon hält deutlich länger, als es das MHD suggeriert – und irgendwann kommt bestimmt das eine Rezept, das perfekt zur übrigen Menge passt. Bei meinen sehr beschränkten Schrankkapazitäten nerven Ladenhüter trotzdem – schließlich bleibt einer selten allein.

Im Frühjahr startete Carola den jährlichen Use-Up-Along, der solchen Restposten den Kampf ansagt, und Susannes „Schatzsuche im Vorratsschrank“ ist sicher nicht umsonst Dauerblogevent.

Gerade für Zuckerrübenreste sind Christinas Pumpernickel Bagels (von mir mit etwas mehr Mehl und weniger Hefe angepasst auf Übernacht-Gare) ideal: Im Teig für zehn Stück verschwinden ganze 165 Gramm – ohne dass das Ergebnis übermäßig süß geriete. Mit Gewürzen in Brot können normalerweise weder der Kerl noch ich viel anfangen – hier gefiel uns der Hauch Kümmel richtig gut. Die Dattelcreme (die letzten 100 Gramm Datteln – vernichtet!) passt dazu übrigens nicht nur mengenmäßig perfekt: wir fanden auf dem Frühstückstisch keine bessere Ergänzung.

 

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Pumpernickel Bagels

Vorbereitungszeit 30 Minuten
Zubereitungszeit 20 Minuten
Arbeitszeit 50 Minuten

Zutaten

  • 150 | 300 ml Wasser
  • 2 | 4 g Trockenhefe
  • 100 | 200 g Weizenvollkornmehl
  • 75 | 150 g Roggenvollkornmehl
  • 80 | 160 g Weizenmehl T 550
  • 5 | 10 g Salz
  • 1 TL | EL Kümmel
  • 82 | 165 g Zuckerrübensirup
  • 1 TL | EL Pflanzenöl + mehr für Blech und Abdeckung
  • Sesam zum Bestreuen

So geht's

  1. Wasser, Trockenhefe und Weizenvollkornmehl in einer Schüssel verrühren und zehn Minuten bei Raumtemperatur anspringen lassen.
  2. Übrige Zutaten nacheinander zugeben und den eher klebrigen Teig zehn Minuten kneten – am besten mit einer Küchenmaschine auf mittlerer Stufe, wahlweise mit Handrührgerät und Knethaken. Teig abgedeckt eine Stunde bei Raumtemperatur gehen lassen.

  3. Ein Backblech mit Backpapier auslegen und dieses dünn mit Pflanzenöl bepinseln. Teig in ca. 100 g schwere Teile teilen und mit befeuchteten Händen (!) rund schleifen. Jede Kugel mit einem runden Löffelstiel o. Ä. möglichst mittig durchstechen und das Loch anschließend soweit weiten, dass zwei Finger durchpassen, über die man den Teigring so lange laufen lässt, bis der die Bagel aussieht wie ein Bagel.

  4. Bagel auf das Backblech setzen und abgedeckt – ideal eignet sich eine umgedrehte Fettpfanne, wahlweise eine leicht eingeölte Frischhaltefolie – über Nacht (8 – 12 Stunden) kühl stellen (Kühlschrank oder kalter Balkon).

  5. Am Backtag den Ofen auf 230°C (Umluft oder Ober-/Unterhitze) vorheizen und Wasser in einem großen Topf zum Sieden bringen. Das Backpapier um die Bagels herum zerschneiden und je zwei bis drei mit dem Papier ins siedende Wasser geben. Papier abziehen und die Bagels jeweils eine halbe Minute pro Seite pochieren, etwas abtropfen lassen und zurück aufs erneut mit Backpapier ausgelegte Backblech legen. Nach Belieben mit Sesam bestreuen.
  6. Im Ofen 20 – 25 Minuten backen.

Notizen

nach feines gemüse

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Dattelcreme

die Menge reicht für 5 – 6  bzw 10 – 12 Bagels

Gericht Marmelade & Aufstrich

Zutaten

  • 50 | 100 g Datteln , entkernt
  • 25 | 50 g Walnusskerne
  • 75 | 150 g Ziegenfrischkäse
  • 50 | 100 g Doppelrahmfrischkäse
  • ½ | 1 TL Ras el Hanout
  • Salz zum Abschmecken

So geht's

  1. Datteln ggf. entkernen und mittelfein würfeln. Walnüssen ähnlich zerkleinern. Beide Frischkäsesorten in einer Schüssel mit Ras el Hanout verrühren. Datteln und Walnüsse unterheben und mit Salz abschmecken.
  2. Schmeckt nach einer Nacht im Kühlschrank besonders gut, ist dann bloß etwas fester – was auf warmen Bagels allerdings nicht stört.

Notizen

nach „Aufs Brot“* von Maik Schacht

*Amazon Affiliate Link

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8 Kommentare

  1. Diese Bagels sind toll – die habe ich auch schon gemacht. Und passgenau einkaufen können, das wäre toll….wegen der Mengen., Und wegen des Verpackungsmülls…..ich geb mir Mühe, aber es ist immer noch viel zu viel Verpackung,

  2. Verpackungen nerven, da stimme ich dir voll und ganz zu. Ich bin auch immer entsetzt, wie schnell sich der Plastikmüllsack füllt… Als ich noch in Kiel wohnte, gab es den Laden leider noch nicht. Das wird schon kommen, auch in H. 🙂
    Und die Bagels? Gekauft!

  3. Hab's auf Instagram gesehen und war gleich noch angefixter :)! Und, genau: ÄTZEND! Aber wenn man nicht total nerdig wird und anfängt, sein Toilettenpapier aus Zeitungen zu klöppeln, ist da absolut kein Land in Sicht… 🙁

  4. Bis dahin bin ich auch garantiert nicht mehr da, sondenr deutlich weiter südlich… ;). Zumal der Vorreiter aus London zwischenzeitlich schließen musste (http://dalstonist.co.uk/unpackaged-is-shutting-down-after-just-12-months-in-hackney/ bzw. http://www.beunpackaged.com) – ganz so einfach scheint dieses Geschäftsfeld also nicht zu sein…
    Berichte gern, wie sie Euch geschmeckt haben! Wir wiegesagt sind ganz vernarrt in die Kombination mit dem Dattel-Walnuss-Aufstrich.

  5. Würde mich mehr als glücklich schätzen, wenn ich einen solchen Laden in der Nachbarschaft hätte. Ärgert mich ja schon lange, dass es in Sachen Verpackungsblödsinn auch in Bio-Läden nicht viel besser aussieht. Für Obst und Gemüse stehen nur Plastiktüten zum Abwiegen zur Verfügung (was spricht eigentlich gegen Papier?), Joghurt und andere Milchprodukte im Glas sind eine Seltenheit, Käse wird in zwei Schichten Plastik eingewickelt, Eier werden nur in Kartons verkauft, Mehl muss im Kilosack erworben werden und so weiter und so fort. 🙁

  6. P.S. Am Samstag war ich auf dem Markt. Wollte eine Hand voll Spinat und eine Hand voll Asiagrünzeug für Salat. Gleich am Anfang zur Verkäuferin gesagt, sie könne beides in die gleiche Tüte packen. Sie nimmt zwei (riesige!) Tüten. Ich protestiere. Ihre Antwort darauf: Haben sie eine Ahnung, wie kompliziert es ist, den Preis im Kopf auszurechnen, wenn ich zuerst das Gewicht vom Spinat abziehen muss? Mein Antwort: Spinat 67 Cent und Grünzeug 42 Cent. Macht zusammen 1,09 Euro. Schönen Tag noch und ab jetzt beehre ich einen anderen Stand.

  7. Mit Papier und Pappe habe ich (Naive?) ein nicht ganz so großes Problem, und Obst und Gemüse wiege ich (im Bioladen) meistens lose ab – auch, wenn's an der Kasse nervt. Aber an viel zu vielen anderen Stellen schleppt man sich die Verpackungen trotzdem ins Haus… und ich frage mich, wann bei mir der Punkt erreicht ist, an dem ich radikal werde. Demnächst steht zumindest schonmal die Waschmittel-Eigenproduktion auf dem Zettel…

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