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Gut genug: Pumpernickel Bagels mit Sauerteig

Pumpernickel Bagels mit Sauerteig | milchmädchen.

Christina, von der die Idee zu diesen Bagels kommt, hat auf Instagram etwas Kluges geschrieben.

Das Gefühl, nicht „genug” zu sein: Nicht gut genug, schön genug, schlank genug, inspirierend genug, klug genug. Manchmal probiere ich Dinge gar nicht erst aus, weil ich mich selbst erfolgreich demotiviert habe.

Viele Frauen haben virtuell dazu genickt – und ich könnte dazugehören, würde ich Insta noch nutzen. Weil es ein Grund ist warum es hier manchmal so ruhig ist, warum ich immer wieder hadere mit diesem Blog. Auch wenn ich weiß, dass das Imperfekte oft am Allerschönsten ist und ich persönlich vieles Glattgezogene, Hochglanzpolierte allerhöchst fragwürdig finde. Das Gefühl, dass alles haargenau so ist, wie ich es mir vorstelle, hätte ich bitteschön gern trotzdem – tja.

Und dann die Sache mit dem Mehrwert:

If there’s a recipe I want to make but there are already a million recipes for it on the internet and I don’t feel like I have anything to add to the world of, say, pumpkin blondies, I get rid of it.

Schreibt Molly Yeh – eine der queens of creativity. Ich hingegen: Mache nach. Manchmal, wie hier, „with a twist“, wie es so schön heißt, weil ich die Hefe durch Sauerteig ersetzte und so Sarahs und Christinas Vorlagen kreuzte. Das ist schön – aber muss das wirklich in die Welt?

Und dann ist da noch Mari Kondo und ihr „Does it spark joy?“ Diesen Blog gibt es, weil ich anno 2012 dringend ein Gegengewicht gebraucht habe zu einem akut ungeilen Leben 1.0. Und wie toll und neu und aufregend da alles war! Jetzt, sechs Jahre später, stehe ich mitten in dieser Ebene, die schon Brecht so mühevoll fand, und suche sparkles of joy mit der Lupe.
Es gibt sie noch, schon. Bagels zum Beispiel machen mich ziemlich grundsätzlich froh – genau wie grobe Krumen, Essen aus Asien oder spontan gelungene Fotos. Und in solchen Momenten ist da auch die Lust, all das mit Euch zu teilen.

Vielleicht muss das für genau diesen Moment reichen.

Pumpernickel-Bagels mit Sauerteig

Gericht Brot & Brötchen, Frühstück
Vorbereitungszeit 15 Minuten
Zubereitungszeit 15 Minuten
Ruhezeit 8 Stunden
Arbeitszeit 30 Minuten
Portionen 7 Stück

ZUTATEN

  • 165 g Wasser
  • 125 g Anstellgut vom Roggensauer
  • 170 g Weizenmehl T 550
  • 150 g Weizenvollkornmehl
  • 50 g Roggenvollkornmehl
  • 7 g Salz
  • 120 g Rübensirup
  • 1 TL Kümmel
  • Sesam zum Bestreuen

SO GEHT'S

  1. Alle Zutaten in einer Schüssel mischen und grob zu einem Teig zusammenkneten. 10 Minuten rasten lassen.
  2. 10 Minuten auf Stufe eins zu einem glatten, festen Teig kneten. Mit etwas Öl einreiben und abgedeckt bei Raumtemperatur gehen lassen, bis der Teig sichtlich aufgegangen ist – idealiter vier Stunden, es reichen aber auch ein bis zwei. Zwischendurch mindestens einmal dehnen und falten.
  3. Sieben Stücke à ca. 112 Gramm abstechen und Rund schleifen. Abgedeckt 15 Minuten entspannen lassen. Mit feuchten Händen vorsichtig zu langen Strängen rollen (= Teig klebt ein bisschen), Enden übereinander legen und ein wenig hin und her rollen, bis sie homogen verbunden sind.

  4. Auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech oder Brett setzen und abgedeckt eine Stunde bei Raumtemperatur gehen lassen. Anschließend über Nacht im Kühlschrank (oder auf dem kühlen Balkon) zur Gare stellen.
  5. Anderntags den Ofen mit Backstein auf 240°C Ober-/Unterhitze vorheizen. In einem großen Topf heißes Wasser mit Natron und Salz zum Sieden bringen und Bagels darin nacheinander für ca. 30 Sekunden pro Seite pochieren. Das klappt gut, wenn man sie mit Backpapier ins Wasser legt – es lässt sich anschließend ganz leicht abziehen. Mit einer Schaumkelle herausheben, auf ein Backpapier setzen. Im Ofen fallend auf 200°C ca. 15 Minuten goldbraun backen.

NOTIZEN

frei nach feines gemüse bzw. Sarah Owens
(M)eine Variante mit Hefe findet ihr hier.

Pumpernickel Bagels mit Sauerteig | milchmädchen.

Welcome to the family!

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  1. Stefanie says:

    Ich glaube, wir sollten uns alle nicht so viele Gedanken machen, ob etwas jetzt neu oder für andere inspirierend ist. Ich betrachte meinen Blog schon immer als mein virtuelles Rezept-Gedächtnis, in das rein kommt was MIR gut gefällt und zwar in den Mengenangaben (also für 2 Brote), die für MICH richtig sind. Wenn andere es nicht mögen – pfft… die wissen ja nicht, was sie verpassen 😉
    Aber dafür kann ich auch noch nach Jahren nachsehen, wie das eine oder andere leckere Brot gemacht wird. Das würde ohne Blog nicht klappen, weil ich dann einfach backen würde, ohne etwas aufzuschreiben. Aber aus vielen kleinen Twists kann auch irgendwann ein ganz neues Rezept werden und es ist gut, wenn die Zwischenstufen festgehalten wurden.
    Und genauso ist es mit diesem Rezept. Es ist deine persönliche Note, und das reicht doch. Und für mich ist es eine Erinnerung, dass ich diese Art von Bageln auch immer mal backen wollte 😀

    1. Liebe Stefanie –
      wie recht Du hast! Im Prinzip funktioniert dieser Blog für mich auch genau so (vgl. hier) – hier sammele ich die Rezepte, an die ich mich aus irgendeinem Grund erinnern will. Und die Zeit zeigt, dass ich immer häufiger bei mir selbst nachschlage und nicht bei Google, Pinterest & Co, wenn ich auf der Suche nach einem Essen bin. Trotzdem haben mich Christinas Gedanken berührt und beschäftigt – weil ich sie so gut kenne und sie eben häufig zu Mollys Conclusio führen. Aber bis dato hat dieser Blog alle Haderei bestens überstanden, sodass ich zuversichtlich bin, dass er auch weiterhin robust alles aufnimmt, was ich ihm einverleibe – in welche Frequenz auch immer.
      Herzlich: Charlotte

  2. Micha says:

    Nun, vielleicht bleibt auch nix anderes, als sich der Realität zu stellen und ungeschönt festzustellen: die Zeiten des *Einfach-so-Bloggens* sind vorbei. Zeitfenster geschlossen. Jetzt ist was anderes dran. Es war schön, so lange es dauerte (gsssiii, ein Terminator-Zitat :-).
    Und – franchemant – ohne dass doch viele Feriengäste den Weg zu uns über das Blog finden würden… ich bin mir wirklich nicht sicher, ob ich sonst nicht längst (genau wie viele andere) unter den Ehemaligen wäre…
    Gelle, und du bist meine Bagel-Meisterin! – im Fall der Fälle erste Anlaufstelle!!

    1. Micha, wir harren einfach so lange aus, bis irgendwann die Retro-Welle rollt und wir sagen können: Kinners, wir sind noch original! Bis dahin essen wir Bagel und genießen das Leben und das mit dem Urlaub ist nach der verpassten Chance in diesem Frühjahr noch immer nicht vom Tisch…
      Bisous!

  3. Erst kürzlich hab auch ich mir meine Gedanken gemacht über „das hier“. Ich glaub auch, dass es ganz einfach zu akzeptieren ist, dass die (Blogger-)Zeiten sich ändern. Irgendwie doch auch gut so, nicht wahr? Ich warte mit dir auf die Retro-Welle, ha!
    Alles Liebe! 🙂

    1. Maria, es ist immer wieder so gut zu wissen, dass es mit Dir, Micha, Steffi und einigen anderen immer noch Gleichgesinnte gibt – die bloggen, wie und wonach ihnen ist, ohne Schnickschnack und Kommerz. Danke dafür!
      Herzlich zurück: Charlotte

  4. Christina says:

    Ach Charlotte, irgendwie sehe ich erst jetzt, über Umwege, dass du hier nochmal über meine Gedanken geschrieben hast. 🙂 Ich freue mich immer, wenn ich Leuten was mit auf den Weg geben kann, auch wenn ich lieber hätte, es wären positive, bestärkende Worte, und nicht diese zweifelnden.

    So oder so, diese Bagels sehen richtig prima aus und ich muss auch ganz dringend wieder Bagels machen. Vielleicht zu Weihnachten? Das wäre doch eine schöne Idee.

  5. Yasmin says:

    Ich bin total begeistert – nach den fantastischen Potato-Bagels habe ich nun auch diese probiert (für meine Mutter, die ein großer Pumpernikel-Fan ist), und die Konsistenz ist wieder so schön, auch der Geschmack ist fast perfekt aber irgendwie bin ich mit der Kümmelmenge falsch abgebogen – ich habe 1 TL ganzen Kümmel verwendet und das war mir leider zu intensiv. Hättest du gemahlenen empfohlen?

    Vielen Dank für deine tollen Rezepte, freue mich schon mich weiter durchzuprobieren!

    LG

    1. Liebe Yasmin, das freut mich sehr ❤️! Ich bin ehrlich gesagt nicht mehr ganz sicher, ob ich ganzen oder gemahlenen Kümmel genommen habe. Ich schreibe aber mal den Hinweis dazu, dass man das gern an seinen eigenen Geschmack anpassen darf.
      Herzlich: Charlotte

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