Just another Apfelkuchen (mit Haselnussrührteig und Zimtstreuseln)

Apfelkuchen mit Haselnussrührteig und Zimtstreuseln | milchmädchen.

Es soll eine Zeit gegeben haben, in der ich Rührkuchen keine sonderliche Kunstfertigkeit zugestehen mochte: Eine Schüssel, Zutaten in beliebiger Reihenfolge, Temperatur und Konsistenz, statt des Handrührgeräts oft nur eine Gabel – das passt schon, oder?

Nun: Dass es einen Sinn hat, zuerst die zimmerwarme Butter cremig (!) zu schlagen, bevor man Zucker, Ei(-gelb) und gesiebtes (!) Mehl zugibt, musste ich erst lernen (übrigens: ein sehr schönes Kuchen-101 hat Katharina neulich in ihrem Newsletter verschickt). Jedoch: Dieses kleine bisschen Muße mehr wurde mir mit lockeren, feinen Gebäcken gedankt.

Wenn also eine Rezeptur verlangt, Butter für geschlagene 30 Minuten zu bearbeiten, zucke ich innerlich zwar immer noch ein bisschen zusammen, tue aber wie mir geheißen (also… äh… fast). Und auch, wenn der weitere Weg zu diesem Kuchen an diesem Abend mit meinem Nervenkostüm ein steiniger war – die Sache war es wert.

Und weiterhin wäre es sicher interessant, dieses wirklich gute Gebäck einmal gegen den bisherigen Favoriten von Lafer antreten zu lassen. Ich könnte mir vorstellen, dass sich dabei nicht einmal ein eindeutiger Liebling hervortut, wäre aber neugierig, was den einen bzw. anderen auszeichnet.

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Von Otto(lenghi) – dem ersten und dem zweiten–, einem unerwarteten Todesfall – sowie einer Frage ans Publikum

Reisnudelsuppe mit Grünkohl | milchmädchen.

Wenn ich ehrlich mit mir bin – und das ist, ehrlicherweise, manchmal gar nicht so einfach – frage ich mich, ob Instagram nicht doch was wäre. Um mitzubekommen, wenn wieder jemand Zimtschnecken nachgebacken hat oder Brötchen. Oder um kundzutun, wenn ich selbst im Archiv unterwegs war, da manches glattgezogen und einen Schwung neuer Fotos verteilt habe. Vielleicht auch, um Euch teilhaben zu lassen an meiner Zuneigung zu einem nicht mehr ganz so kleinen Rüsseltier, das einen heute ungemein passenden Namen trägt, oder wenn ältere Lieben (großartiges Album!) zu einem Anfall akuter Frankophiliephonie führen. Vielleicht auch für die Essen, die recht ordentlich gerieten, vielleicht sogar gut – und die es trotzdem nicht zu einem eigenen Beitrag bringen – und sei es wegen ausbaufähiger Winterabendbilder (s. u.).

Dabei ist es nicht einmal drei Jahren her, seit ich mir den Quatsch abgewöhnt habe – und es seither keinen einzigen Tag bereut.

Aber, frage ich: Ist es nicht auch eine Frage von Professionalität, den Leuten (vulgo: Euch) da zu begegnen, wo sie sind – und darum über seinen datensicherheitssensiblen und monopolistenkritischen Schatten zu springen? Denn, bei allem Ich-mach-das-hier-ja-nur-für-mich-Bla-bla: Gelesen werden will ich ja irgendwie auch #paroleehrlichkeit. Und ich habe den leisen Verdacht, dass RSS-Feeds außer mir kein Mensch mehr nutzt.

Darum, verehrtes Publikum, mal ganz Engagement-Call-to-Action-mäßig: Wo und wie möchtet ihr von mir sehen oder lesen? Nur hier? Via Newsletter? Insta? Ganz anders? Sagt doch mal!

Und das alles nur, weil ich nach dem Sellerie, dem grandios-guten Sellerie, noch ein bisschen weiter in Ottolenghis Flavour herumgekocht habe. Mit Kartoffeln, Eiern, mit Miso und sogar Pilzen. Aber seht selbst:

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In your face! Whisky-Tarte mit Aprikosen und Mandeln

Whisky-Tarte mit Aprikosen und Mandeln | milchmädchen.

Wenn man – anders als ich – nicht den allerrauchigsten Whisky nimmt, den man finden kann, hat man dessen Odeur beim ersten Bissen auch nicht gleich so im Gesicht. Aber: Auch ein Laphroaig wird danach ruhiger – und macht Platz für Sparringspartner wie Aprikose, Mandeln und Mascarpone. In Kombination: Eine der besten Optionen, überfälligen Scotch zu verbrauchen – Stichwort: Frühjahrsputz im Vorratsschrank. Denn dessen wäre da noch

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Regel(ge)recht: Kartoffel-Toasties mit zweierlei Anstellgut

English Muffins mit zweierlei Sauerteig und Kartoffeln | milchmädchen.

Regel kennen, Regel brechen? Oh ja – am liebsten meine eigenen! Denn entgegen anderslautender Behauptungen pflege ich inzwischen doch zwei Anstellgüter. Aus einer Laune heraus erzog ich das alteingesessenen Roggen-ASG in einem zweiten Glas auf Weizen um – und bin dabei geblieben. Just because (und weil die Weizenbasis wesentlich milder schmeckt, wovon manches Gebäck durchaus profitiert).

Allerdings bedeutet das auch, das zwei Teige bespaßt werden wollen. Und bekanntlich eignen sich English Muffins dafür hervorragend. Die nach Chef Hansen gleich doppelt, weil von vorneherein mit einer großen Menge Sauerteig hantiert wird. Ich habe das Ganze nur noch an meine Vorlieben angepasst (vulgo: mit Option auf Übernachtgare & Veganisierung) und backe die Dinger seither rauf und runter. Praktischerweise eignen sie sich nämlich sowohl für ein leidlich schnelles Abendbrot, als auch für bequemes Vor-Frühstücks-Finish. Ach ja, und sie enthalten Kartoffel. Kartoffel in Broten und Brötchen und Bagels sind großartig – ohne Ausnahme!

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Die Kekse meiner Schwiegermutter, oder Espresso-Cookies mit weißer Schokolade & weitere Weisheiten

Panettone | milchmädchen.

„Und was arbeitest du so?“

Das Känguru starrt einen Moment ins Nichts.

„Ich denke mir Titel für Arthouse-Filme aus“, sagt es schließlich. „Diese werden dann von der Marktforschungsabteilung unserer Firma einem repräsentativen Querschnitt an Kinogängern vorgelegt, und zu den beliebtesten Titeln suchen wir uns Autoren, die dazu Drehbücher schreiben.“

„Das stelle ich mir gar nicht so einfach vor“, sagt das Mädchen. „Arthouse-Filme sind doch eher anspruchsvoll.“

„Ein weitverbreiteter Irrtum“, sagt das Känguru. „Arthouse-Filme und ihre Titel müssen nicht anspruchsvoll sein. Sie müssen nur anspruchsvoll wirken. Was zum Beispiel so gut wie immer funktioniert, ist, wenn man sich irgendwas Banales nimmt, etwas, das jeder kennt, und das mit einer mehr oder weniger exotischen Weltregion verbindet. […] Zum Beispiel: ‘Wäsche aufhängen in Eritrea‘. […] Gut funktioniert auch, irgendwas Banales mit einem Geschlecht zu verbinden.“, sagt das Känguru. „Ich erinnere nur an den großen Erfolg von ‘Männer, die ABBA-Songs pfeifen’.“

Marc-Uwe Kling: Die Känguru-Offenbarung

Marc-Uwe und sein Beuteltier begleiteten akustisch uns auf der langen Fahrt gen Norden, die wir vergangenen Sommer – against all odds – antreten konnten, und von der ich längst hätte schreiben wollen. Aber wissen Sie – das Leben!

Dieses Dasein, das einem so oft so viel zu wenig Zeit lässt für all die Dinge, die man eigentlich will – vor allem, wenn sich Ideen nicht mal eben schnell umsetzen lassen, sondern ein gerüttelt Maß an Muße brauchen. Und ja, John (oder wer auch immer), ich weiß, dass „life is what happens to you while you’re busy making other plans“, danke.

Anyway: Dieses Dasein hat Spuren hinterlassen. Darunter den vielleicht hinreißensten potentiellen Filmtitel of all (und die Älteren erinnern sich, wie diese Serie einst begann)…

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