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Von Otto(lenghi) – dem ersten und dem zweiten–, einem unerwarteten Todesfall – sowie einer Frage ans Publikum

Reisnudelsuppe mit Grünkohl | milchmädchen.

Wenn ich ehrlich mit mir bin – und das ist, ehrlicherweise, manchmal gar nicht so einfach – frage ich mich, ob Instagram nicht doch was wäre. Um mitzubekommen, wenn wieder jemand Zimtschnecken nachgebacken hat oder Brötchen. Oder um kundzutun, wenn ich selbst im Archiv unterwegs war, da manches glattgezogen und einen Schwung neuer Fotos verteilt habe. Vielleicht auch, um Euch teilhaben zu lassen an meiner Zuneigung zu einem nicht mehr ganz so kleinen Rüsseltier, das einen heute ungemein passenden Namen trägt, oder wenn ältere Lieben (großartiges Album!) zu einem Anfall akuter Frankophoniephilie führen. Vielleicht auch für die Essen, die recht ordentlich gerieten, vielleicht sogar gut – und die es trotzdem nicht zu einem eigenen Beitrag bringen – und sei es wegen ausbaufähiger Winterabendbilder (s. u.).

Dabei ist es nicht einmal drei Jahren her, seit ich mir den Quatsch abgewöhnt habe – und es seither keinen einzigen Tag bereut.

Aber, frage ich: Ist es nicht auch eine Frage von Professionalität, den Leuten (vulgo: Euch) da zu begegnen, wo sie sind – und darum über seinen datensicherheitssensiblen und monopolistenkritischen Schatten zu springen? Denn, bei allem Ich-mach-das-hier-ja-nur-für-mich-Bla-bla: Gelesen werden will ich ja irgendwie auch #paroleehrlichkeit. Und ich habe den leisen Verdacht, dass RSS-Feeds außer mir kein Mensch mehr nutzt.

Darum, verehrtes Publikum, mal ganz Engagement-Call-to-Action-mäßig: Wo und wie möchtet ihr von mir sehen oder lesen? Nur hier? Via Newsletter? Insta? Ganz anders? Sagt doch mal!

Und das alles nur, weil ich nach dem Sellerie, dem grandios-guten Sellerie, noch ein bisschen weiter in Ottolenghis Flavour herumgekocht habe. Mit Kartoffeln, Eiern, mit Miso und sogar Pilzen. Aber seht selbst:

Ça c’était bon!

Kokos-Omelette mit Kurkuma nach Ottolenghi/Belfrage | milchmädchen.
Dieses Kokos-Omeletts mit Kurkuma (S. 145) waren an dem Feierabend, an dem ich mir ihre Verfertigung in den Kopf gesetzt hatte, ein einziges Himmelfahrtskommando. So viele Handgriffe! So viel, was daneben gehen kann! Sie sind auch mit mancher Träne gewürzt – aber so, SO gut! Auch, wenn ich immer noch keine Ahnung habe, wie man die Eierfladen unfallfrei auf den Teller bekommen soll…
Steckrüben-Gnocchi mit Misobutter nach Ottolenghi/Belfrage | milchmädchen.
Leider sehen sie hier nicht danach aus, aber die Steckrüben-Gnocchi mit Misobutter (S. 94) waren wirklich großartig (Gut: Was mit Miso ist das nicht?). Aber: SO viel Arbeit, Wahnsinn! Mutmaßlich gäbe es beim nächsten Mal doch den vorgeschlagenen Shortcut mit Fertig-Gnocchi… 🙈
Ach, diese Fotos! Dabei ist das „ultimative“ Ragù aus dem Ofen durch und durch toll! Und viel: Wir aßen es zu Pasta (mindestens zweimal), zu Polenta, als Lasagne und, wie oben, auf Pizza, quasi die vegetarische Fassung dieser Vorlage. Alles: ❤️!

Non, pas mal… pas mal du tout

Kartoffelgratin mit Kokos und Limette nach Ottolenghi/Belfrage | milchmädchen.
Normalerweise degradieren Essen aromatisch, je weiter sich der Teller leert. Dieses Kartoffelgratin mit Kokos und Limette (S. 72) hingegen wurde auf meiner Zunge mit jedem Bissen besser und runder. Der Mann befand, dass ihm „Normales“ mit Sahne und Käse lieber sei. Darf er – denn das ist eins der Gerichte, die er ganz hervorragend alleine kocht 😋.
Süßkartoffeln in Tomatensauce mit Limette und Kardamom nach Ottolenghi/Belfrage | milchmädchen.
Auch diese gebackenen Süßkartoffeln in Tomatensauce mit Limette und Kardamom (S. 131) mochte ich wesentlich lieber als Monsieur – was den Vorteil hatte, dass ich die Reste mit niemandem teilen musste. Und übrigens: Der Hinweis, dass die Unterseite der Süßkartoffelscheiben für deren Gargradbeurteilung entscheidend ist, steht da nicht zum Spaß. Habe ich nicht durch Nachdenken herausgefunden… ähäm.
Scharfe Röstkartoffeln mit Tahin und Sojasauce nach Ottolenghi/Belfrage | milchmädchen.
Die scharfen Röstkartoffeln mit Tahin und Sojasauce (S. 276)…
Hummus nach Ottolenghi/Belfrage | milchmädchen.
… gab es zusammen mit dem Hummus mit Zitrone, Knoblauch und Chili (S. 79). Doch, kann man machen!

Et encore il y avait:

Reisnudelsuppe mit Grünkohl | milchmädchen.
Von dieser Reisnudelsuppe mit Kokosmilch und Grünkohl hatte ich mir ehrlicherweise mehr versprochen. Schade!
Weltoffene Ofenkartoffel nach Tohru Nakamura | milchmädchen.
Selbiges gilt für diese „weltoffene“ Ofenkartoffel nach Tohru Nakamura. Fehlten die Bonitoflocken als finalisierender Clou?

Some sad Sourdough Stories

Unser Sauerteig ist tot. Zumindest habe ich ihn beerdigt. Nachdem wir nach Verzehr der letzten derart versetzten Gebäcke mit Bauchweh und Übelkeit in den Seilen hingen, habe ich beschlossen, Tabula rasa zu machen und nochmal bei Null anzufangen. Was, gelinde gesagt, ärgerlich ist. Denn das passiert nicht zum ersten Mal. Der letzte Vorfall dieser Art ist zum Glück Jahre her – aber ich verstehe immer noch nicht, wie eine alteingesessene, stabile Kultur von heute auf morgen „schlecht“ werden kann. Vor allem: Ohne einen Ton zu sagen. Das Zeug sah aus wie immer, roch wie immer – und hat uns einige unschöne Stunden beschert. Fällt zufällig jemandem von Euch etwas dazu ein? Ist das absolut unwahrscheinlich und es muss doch etwas anderes ursächlich gewesen sein, trotz relativ eindeutiger Korrelation? Online konnte ich bislang nämlich nichts dazu finden.

Bevor es soweit kam, gab es noch:

Sourdough Waffles | milchmädchen.
Ein neuer Versuch, altes Anstellgut in Waffeln zu verbacken. Diese Vorlage war solide – ich bin allerdings noch gespannter, was Steffis Rezept kann…
Bran Bagels mit Sauerteig | milchmädchen.
Meine Bran Bagels, hier jedoch mit Haferkleie und Sauerteig. In Ordnung – aber nicht mehr.
Brokkoli-Schinken-Quiche auf Sauerteigboden | milchmädchen.
Auf dem Sauerteig-Quicheboden tummelten sich hier unvegan Brokkoli und Schinken sowie alles, was der Kühlschrank hergab. Sehr ordentlich, aber keinen eigenen Beitrag wert.

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CategoriesAllgemein
  1. Susanne says:

    Sorry für die Suppe 😬, ich fand sie ziemlich gut – so kanns gehen 😉.
    Von neuen Blogeinträgen erfahre ich über Bloglovin, ich habe sonst nichts abonniert und schaue auch in keinen anderen Quellen.
    So schlecht geworden, dass mir schlecht wurde, ist mir ein Sauerteig noch nie. Er hat höchstens seine Triebkraft eingebüßt (oder ich Vollprofi habe ihn verbacken.., aber ich dachte immer, wenn die Dinger ungesund werden, merkt man das.
    Einen schönen Sonntag!

    1. Liebe Susanne – ich glaube, genau das ist es manchmal: Du schwärmst, meine Erwartungen sind unermesslich – und dann ist ein Essen solide und man denkt sich “Och…”. C’est la vie!
      Hach, Bloglovin’ – wie praktisch :D! Das füllt sich ja zum Glück von selbst. Und das Rätsel um den verdorbenen Teig löse ich noch…
      Sehr herzlich zurück: Charlotte

  2. Sabine B. says:

    Liebe Charlotte,
    ich schaue hier alle paar Tage herein und sehe dann, ob es was Neues gibt. Wenn Dir bei Instagram unwohl ist, solltest Du dem nachgeben, lass Dich da zu nichts überreden, es sind Deine Daten. Das mit dem Sauerteig ist ja doof, ich hätte auch gedacht, dass man es riecht, wenn da etwas gekippt ist und dass er dann vor allem nicht mehr treibt! Bist Du ganz sicher, dass er der Grund für Euer Unwohlsein ist?
    Viele Grüße,
    Sabine B.

    1. Liebe Sabine,
      lieben Dank für Deine Einschätzung! Ich schau mal, wie sich das alles entwickelt. Zum Glück bin ich ja wirklich weitgehend frei in der Entscheidung – sodass eigentlich auch wenig dagegen spräche, einfach mal zu experimentieren und schauen, was trägt.
      Was das Bauchgrimmen angeht: Viel anderes als der Sauerteig kommt eigentlich nicht infrage. Allenfalls noch das in en Backwaren verarbeitete Mehl, aber bei unserem Durchsatz kann auch das eigentlich kaum schlecht geworden sein. Vermutlich werden wir es nie erfahren…
      Herzlich: Charlotte

  3. Sigrid Graf says:

    Ich habe Deinen blog in Bloglovin abonniert, das genügt mir.
    Was den Sauerteig angeht: mir ist mal einer schlecht geworden und hat sehr eigenartig süss gerochen. Das war deutlich zu spüren – und er sah auch irgendwie komisch aus. Dann war klar, weg damit!
    Mach weiter so. Ich lese Deine Beiträge total gerne.

  4. Hannah says:

    Liebe Charlotte, natürlich kann ich es verstehen, wenn ihr Blogger, die ihr nicht auf Instagram seid, so dasGefühl habt, dass ihr dort was verpassen könntet, dass “man” sich dort “trifft”. Geht mir fast auch so, wenn ich mir all die Mutti Instabilder angucke. Da denke ich: “Hach, wäre doch nett da auch mitzumischen”. Nee, Quatsch, denke ich nicht, will ich nämlich nicht. Hab ich gar keine Zeit für. Gucken tue ich trotzdem gern. Ab und an. Aber fühle mich da schnell “übersättigt”, empfinde es als unübersichtlich und konfus. Inhalte schwer findbar / speicherbar. Da ist mir ein grundsolider Blog lieber. Und sicher nicht von ungefähr sind gerade zwei meiner absoluten “Spitzenreiterlieblingsblogs” nicht auf Insta vertreten. Micha hat mal einen vielleicht etwas provokanten, aber dann irgendwie auch wieder treffenden Vergleich hergestellt: Insta=Straßenstrich…
    Also, um es kurz zu machen: Für mich musst du keine wertvolle Zeit opfern uns auch noch auf Instagram zu füttern. Ich für meinen Teil gucke einfach immer wieder hier vorbei und freue mich sehr über jeden neuen Beitrag.
    Danke für deine “Ottoauslese”. Bin dabei mich auch durchzukochen, wenn da nicht immer so leckere Ablenkungen von Blogs kämen. Umso besser, wenn sie aus dem Buch sind.
    Sauerteig – hattest du nicht zwei? Kann ich dir was von meinem ganz ordentlichen Roggen 1050er AST zukommen lassen? Wenn ja, melde dich gerne.
    Herzliche Grüße von Hannah

    1. Liebe Hannah! Hach, danke – perfekt zusammengefasst! Vermutlich lasse ich das einfach erstmal so weiterlaufen. Kein Insta ist ja auch so ‘ne Art USP… 😆
      Und danke für das Angebot: Ich habe die Gelegenheit beim Schopfe gepackt und versuche mich jetzt mal mit Lievito madre. Denn da nicht ganz klar zu sagen war, welcher von beiden ASGs hätte Schuld gewesen sein können, habe ich lieber beide entsorgt. War vielleicht Quatsch und es hat Unschuldige getroffen, aber… steckste ja nicht drin! Seit dem Weizen-ASG habe ich allerdings festgestellt, dass ich es durchaus mag, wenn der Sauerteig-Geschmack etwas milder ist und mich nicht gleich so anspringt. Darum die LM. Mal schauen, wie sich die so macht…
      Sehr herzlich: Charlotte

  5. Ich bin auch Team Bloglovin! 🙂
    Seit gut zwei oder drei Monaten bin ich auch auf Instagram, kenne mich genau gar nicht aus und poste auch nur das, was ich am Blog blogge ;-))))
    Mittlerweile lese ich ganz gerne auf Instagram, auch der Veganuary hat mich dort gefunden … Aber ich merke, dass die Anfangseuphorie eh schon wieder nachlässt und ich oft einfach zu faul bin, neue Blogposts auch drüben auf Insta zu veröffentlichen 😉
    Für mich braucht sich bei dir NICHTS ändern 🙂
    Alles Liebe!

    1. Danke, Maria! Also lass ich das Fass vorläufig zu – never change a running system und so. Wäre ja nicht so, dass ich nicht ausreichend andere Teller zu Jonglieren hätte…
      Sehr herzlich: Charlotte

  6. Lotte says:

    Vor jetzt bald 5 Jahren von FB abgemeldet und keinen Tag zurückgeguckt, deswegen werd ich auch weiterhin um Instagram einen weiten Bogen machen.
    Ich guck direkt bei Dir und Deiner Blogroll was es so Neues gibt und klicke mich nach Lust und Langeweile weiter.
    Aber vielleicht sind wir, die hier Feedback geben auch nicht repräsentativ weil eh schon hier und nicht/wenig bei Instagram?

    Zum Herrn O., die scharfen Kartoffeln fand ich auch großartig – muss die hier aber wohl teilen. Dazu gab’s den Rosenkohl mit Maronen und der war total knallerig und völlig unerwartet.
    Vor dem Kokoseis muss ich in zweifacher Hinsicht warnen, Konsistenz furchtbar. Aber diese Kokoschips werden gut versteckt gelagert, sonst könnte es zu spontaner Verpuffung kommen…
    Äjm ja, manchmal gibt’s hier auch anderes Essen 🙈

    Viele Grüße, die Namensvetterin

    1. Liebe Vetterin – warum wundert mich das nicht? Aber umso besser, dass sich alle Kommentatorinnen (hier) so einig sind, Repräsentativität hin oder her: So kann ich mich vorläufig weiterhin entspannt zurücklehnen 😎!
      Der Rosenkohl wird vorgemerkt, seit ich dem Angetrauten eine Expositionstherapie verordnet habe (= Patient ist ahnungslos… #hust). Und das Eis auch. Oder doch nur die Chips?
      Sehr herzlich: Charlotte II

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