„Kinder, es gibt Kühlschrank!“, oder: Warum Reste großartig sind (wie dieser Hirse-Feta-Salat mit Petersilie, getrockneten Tomaten und einem besonderen Dressing)

Hirse-Feta-Salat mit getrockneten Tomaten und Petersilie | milchmädchen.

Ein halbes Stück Feta, ein halbes Bund Petersilie, ein paar getrocknete Tomaten. Dazu ein Rest Hirse, eins der letzten Salzzitronenstücke und der Wunsch nach Ordnung. Man könnte auch sagen: eine Standardsituation.

Oder anders: Ich werde unruhig, wenn sich hier Angebrochenes und Halbverbrauchtes stapeln. Ich bin da Tochter meines Vaters, das macht mich jeck.

Darum gibt es in meiner Kladde zwei Listen: Eine, in die zu bedenkende Kühlware notiere und eine mit geöffneten Trockenprodukten. Ganz im Sinne des Bullet Journaling werden „offene“ Tasks mit einem Unterstrich gekennzeichnet und Erledigtes mit einem Häkchen. Sie sehen: Die Sache hat System.

Schlecht wird bei mir seither fast nichts mehr, Stichwort Lebensmittelverschwendung. Was auch daran liegt, dass meine Kreativität von nichts so verlässlich freigesetzt wird wie von Resten (übrigens nicht nur in der Küche). Gib mir die drei Dinge, die am dringendsten wegmüssen, und ich koch‘ dir was. Nein, nicht immer Haute Cuisine – ich kann so eine Anordnung auch ganz gepflegt in den Sand setzen; vor allem dann, wenn ich meine, den ganzen Kühlschrank in ein einziges Essen quetschen zu müssen. Aber manchmal… ach, was soll’s: oft kommen dabei Dinge heraus, die wirklich gar nicht schlecht sind.

Entweder, weil ich mich grob an einer Vorlage entlanggehangelt habe, die ich über die urpraktische Zutatensuchfunktion der Küchengötter gefunden habe – oder weil ich auf erprobte Baukastenrezepte zurückgreife.

Meine liebsten Rumfort-Ausgangspunkte sind:

  • Quiches: Man nehme Boden (Mürbeteig, Quark-Öl-Teig, Blätterteig, (mit) Sauerteig)) + was zum Füllen (Protein + Gemüse + Kräuter) + einen ordentlichen Guss (Eier + Milch/Sahne bzw. Reste von Milchprodukten wie Joghurt, Quark, Crème fraîche, Schmand, Sauerrahm, Frischkäse – oder auch veganen Aufstrich oder Seidentofu). Viel gelernt von Daniel Grothues »
  • Suppen: Suppen halt – in etwa so.
  • Curries: Gemüse, das wegmuss + Protein (Tofu, Kichererbsen, Sojagranulat, …) + Currypaste, wahlweise viel Knofi, Ingwer und etwas Chili + Kokosmilch + evtl. Fischsauce + Koriander und/oder Minze. Was halt da ist.
  • Lasagne: Pasta-Blätter (z. B. mit Sauerteig-Resten. Dann den Teig unbedingt eher fester halten) + Béchamel + Gemüse + ggf. Protein + Käse. Nette Ideen via Sandra Mahut »
  • Salate: Sättigungsbasis (Favoriten: Hirse oder Kartoffeln) + Protein (Kichererbsen, Bohnen, Linsen, Feta, Ei, …) + Gemüse (vor allem dezidierte Rohgemüse) + Kräuter + Dressing + vielleicht noch Nüsse oder Saaten für obendrauf. Erlernbar mit Bettina Matthaei »

Ein wenig grundsätzliche Erfahrung in der Küche im Allgemeinen und mit echten Zubereitungen der oben genannten Gattungen helfen freilich. Dann jedoch kann es sowas geben:

Hirse-Feta-Salat mit getrockneten Tomaten und Petersilie

Gericht Salat
Vorbereitungszeit 15 Minuten
Zubereitungszeit 20 Minuten
Ziehzeit 30 Minuten
Portionen 2 Portionen

ZUTATEN

HIRSE

  • 150 g Hirse
  • 1 TL Paprika edelsüß
  • 1 Chilischote Birds-Eye
  • ¼ TL Salz

DRESSING

  • ¼ Salzzitrone
  • 6 EL Tomatenöl
  • ½ Knoblauchzehe

SALAT

  • ½ Bund Petersilie
  • 75 g Feta
  • 6 getrocknete Tomaten in Öl

SO GEHT’S

  1. Für die Hirse alle Zutaten in einem Topf ohne Fett anrösten, bis sie duftet. Mit 400 ml Wasser ablöschen und zugedeckt aufkochen. Auf kleiner Flamme bzw. Nachwärme 20 Minuten ausquellen lassen. Etwas auskühlen lassen.
  2. Für das Dressing Salzzitronenviertel ggf. entkernen und mit Öl und Knoblauch pürieren.
  3. Petersilie waschen, trocken schütteln und hacken. Feta und Tomaten mundgerecht würfeln.
  4. Dressing unter die Hirse rühren und übrige Zutaten unterheben. Ca. 30 Minuten ziehen lassen.

Und bei Euch? Wie behaltet ihr den Überblick, was sind Eure Go-To-Entrümpelungsrezepte? Sagt doch mal!

CategoriesAllgemein
  1. Susanne says:

    Ah, ich bin begeistert, wie systematisch du da rangehst. Ich habe meine Liste mit aufzubrauchendem eher im Hirn gespeichert, und ja, das funktioniert mehr so mittelmäßig. Kommt erschwerend hinzu, dass sich in Pandemie-Zeiten irgendwie doch Vorräte angehäuft haben, obwohl ich mir einbilde, keine Hamsterkäufe zu tätigen. Ich geh jetzt einfach mal ein Notizbuch rauskramen….

    1. Man könnte es auch pathologisch nennen. Ich hasse es wirklich abgrundtief, Lebensmittel zu entsorgen. In Kombination mit einem großen Herz für Übersichtlichkeit und Minimalismus nimmt das mitunter groteske Züge an. Aber die erspare ich Euch :D!
      Herzlich: Charlotte

  2. Cooketteria says:

    Letzte Woche wieder einmal den Vorratsschank aus- und umgeräumt. Beim Einräumen eine standortgenau Liste erstellt und alles was bald aufgebraucht werden sollte, möglichst weit vorne platziert. Nach dem Umräumen ist vor dem Umräumen, d.h. in der Zwischenzeit versuche ich, die Liste immer à jour zu halten. Klappt nicht immer, aber immer öfter. Resteverwertungslieblinge meinerseits: Suppen, Curries, Ofengemüse mit Dip und Wähen (süss & salzig). Entsaften und Dörren sind eine gute Möglichkeit, grössere Mengen Gemüse & Früchte (z.B. aus TGTG Tüten) zu verwerten.

    1. Uah, was bei solchen Aktionen immer zum Vorschein kommt…! Ich werde trotz meiner Listen regelmäßig überrascht ?. Dass sich unsere Lieblings-Listen fast decken, wundert mich nicht. Zumal: Wähen sind eh die besseren Quiches!
      Sehr herzlich: Charlotte

  3. Versuche mich auch immer wieder mal an Listen, allein, ich schaff es nicht, sie auf Stand zu halten … So halt Inventur alle 6 Monate und dann wieder von vorn 😉
    Mein Favorit zum Aufbrauchen ist Gemüsecremesuppe: Alles passt rein, die Kinder mögen es, schnell gemacht, keiner meckert. Perfekt!
    Alles Liebe 🙂

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