Alles nur geklaut: La Miche

Die Idee kommt von Frau Lüthi. Frau Lüthi und ihren kurzen, prägnanten Posts. Es gibt da ein Foto (quadratisch), wenige Worte – im Wesentlichen spricht das Essen für sich.

Ich finde das erholsam zwischen all den Bilderfluten, die offenbar inzwischen üblich sind. Und ich glaube mit Katharina, dass die Romane, die sich drumherum ergießen, ohnehin kaum einer liest (Martenstein hat neulich erklärt, wieso).

Ich lasse dieses Brot also einfach so stehen. An meiner grundsätzlichen Begeisterung für den Teig hat sich nämlich nichts geändert – bloß, dass ich auf die Brotform noch ein bisschen stolzer bin.

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La Miche*

Gericht Brot & Brötchen
Vorbereitungszeit 40 Minuten
Zubereitungszeit 1 Stunde 5 Minuten
Arbeitszeit 1 Stunde 45 Minuten
Portionen 1 Laib

Zutaten

VORTEIG

  • 150 g Weizenmehl T 550 hier: 75 g T 480 + 75 g Vollkorn (original: T 110 bzw. W1050)
  • 150 g Wasser
  • 1 g Trockenhefe (ODER: 15 g ASG vom Roggensauer; original: 2,5g Frischhefe)

SALZWASSER

  • 15 g Salz (original: 17,5)
  • 100 g Wasser

HAUPTTEIG

  • Vorteig
  • 400 g Weizenmehl T 550 hier: 200 g T480 + 200 g Vollkorn (original: T 80 bzw. W812)
  • 100 g Roggenmehl hier: Vollkorn (original: R1150)
  • 300 g Wasser
  • 1 g Trockenhefe (original: 2,5g Frischhefe)
  • Salzwasser

So geht's

  1. Zutaten für den Vorteig in einer Schüssel miteinander verrühren und abgedeckt sechs Stunden bei Raumtemperatur gehen lassen. Zeitgleich Wasser und Salz vermischen und ebenfalls sechs Stunden stehen lassen.
  2. Übrige Zutaten mit Ausnahme des Salzwassers zum Vorteig geben und zehn Minuten lang kneten (Ich empfehle DRINGEND das Tragen von Einweghandschuhen, auch wenn das vermutlich kein bisschen Freibäcker-konform ist – hier hat es sich allerdings bewährt.). Anschließend ein Drittel der Salzlösung zugeben und vollständig unterkneten. Mit dem übrigen Wasser in zwei Schütten ebenso verfahren, bis die gesamte Lösung eingeknetet ist. Anschließend die Teigreste vorsichtig von den Händen schaben und den gesamten Teig in einer geölten Schüssel abgedeckt zwei Stunden bei Raumtemperatur zur Gare stellen.
  3. Anschließend mit feuchten Händen (wer kann: in der Luft) dreimal falten. Weitere 30 Minuten Gare bei Raumtempertaur, anschließend abgedeckt über Nacht (= 12 Stunden) in den Kühlschrank stellen.
  4. Morgens den Teig von allen Seiten zur Mitte falten und mit dem Schluss nach oben in ein bemehltes Gärkörbchen legen. Je nach Raumtemperatur zwischen 1,5 und 6 Stunden gehen lassen, bis sich das Volumen verdoppelt hat (bzw. Fingerprobe). Anschließend nochmals für eine Stunde in den Kühlschrank schieben und währenddessen einen Backstein im Ofen auf 240°C vorheizen.
  5. Teigling auf einen mit Grieß ausgestreuten Brotschieber stürzen, einschneiden, unter Schwaden einschießen. Dampf nach fünf Minuten ablassen und Brot fallend auf 200°C weitere 50 bis 60 Minuten backen (Klopftest).

Notizen

nach Arnd Erbel via grain de sel (inkl. Zeitfahrplan!)

* = frz., Brotlaib

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9 Kommentare

  1. Hallo Charlotte,

    ach was sprichst Du mir aus dem Herzen mit den Bilderfluten ;o)
    Ich selbst habe meist nur ein bis zwei (quadratische) Bilder pro Post.
    Das Brot sieht köstlich aus und jetzt gehe ich mal bei Frau Lüthi stöbern, den Blog kannte ich noch nicht.

    Liebe Grüße
    Tanja

  2. Ha, dann war ich ausnahmsweise vor dir da. Kenne den Blog schon länger und genau wie du gesagt hast, ist es extrem erholsam, wenn man nicht mit zig grossformatigen Bildern und überlangen Belehrungen zugetextet wird. Persönliches geht immer, aber die tausendste Wiederholung von Inhaltsstoffen, Nährwerten und dergleichen treiben mich in den Wahnsinn. Ein fürchterlicher Trend aus den USA, wo mittlerweile (fast) jeder Post mit 10 oder mehr Fotos garniert wird. Teller von vorne, Teller von der Seite, Teller von hinten, Teller von der anderen Seite, Teller von schräg oben, Teller frontal, Teller von unten….*gnah*

  3. Hätt'ste mal 'nen Ton gesagt!
    Mir ist es regelrecht unangenehm, diesen Post mit ganzen DREI Bildern garniert zu haben – nur, weil ich mich nicht entscheiden konnte. Immerhin: Drei (sehr) verschiedene…

  4. Ohne große Worte, sehr schikes Brot! 😉 Obwohl ich das mit den Handschuhen nicht nachvollziehen kann. Teige mit einem so geringen Roggenanteil hören doch meist mit der Zeit aufzu kleben. Wie auch immer, wird morgen nachgebacken! 🙂

  5. Foodies, die nicht wenigstens 2,3 Sätze zum Rezept schreiben, machen meiner Meinung nur einen halben Job. Pure Rezepte kann ich überall finden, mir fehlt dann einfach der (Blogger-)Rahmen. Und *Bärenhunger* macht(e)? das genauso – also mir geht da der Ketchup zu den Pommes ab…

    Ach, und genau: SUPER Miche… sollte ich auch mal wieder…

  6. Ich finde, es kommt echt drauf an: Wenn die wenigen Sätze treffend sind (z. B. à la Stepanini), gibt mir das mehr, als ein schlechter Food-Roman. Zumal Ausnahmen die Regel bestätigen.

    Und: merci! Ich muss das mal mit ST probieren… hoffe, das klappt auch!

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