Für eine Schüssel voll Reis: Sushi Bowl & selbstgemachter Gari

Von Außen muss es so ausgesehen haben, als hätte ich mir die Finger verbrannt. Ich stand im Supermarkt vor den Regalen mit den außereuropäischen Ingredienzien und zuckte zurück.
Drei Euro schieß-mich-tot für ein kleines Beutelchen Sushi-Reis von 250 Gramm?! Ja… hackt’s?
Und gleich daneben: Gari – in Gläschen, kaum größer als ein Hühnerei, zu sensationellen Preis von zwei Euro neunundneunzig!
Ich musste mich kurz bücken, um meine Augäpfel wieder einzusammeln.

Ich weiß nicht, was die hiesige Asiaten-Szene für ein Pfund Reis und eine Familienportion Ingwer verlangt (und für die meisten Dinge verlangen die so einiges), aber ich bin mir sicher, dass es nicht sechs Euro noch’was und fünf Euro Keks sind…!

Ich überlegte: Der nächste Asiate würde mich eine Dreiviertelstunde Radelei kosten, mindestens – Zeit, die ich nicht hatte.
Ich nahm also das unmögliche Beutelchen noch einmal in die Hand und schüttelte.
Aha. Guck‘ an: Klein… weiß… eher rundlich als lang… – wenn das mal nicht schwer nach ordinärem, haushaltsüblichen Milchreis… – zwei Regalreihen weiter fand ich Beweis-Vergleichsmaterial.

Entschlossen knallte ich 250 Gramm Edelreis an seinen Platz zurück (durchaus legitim, wie ich später erfuhr) und stürmte in Richtung  Gemüseabteilung. Gab es da nicht zuuuufällig Angebotsingwer in Bioqualität…?

Die Pilze vergaß ich, Nori (4,89 Euro) ignorierte ich, Sprossen gab es nicht – und trotzdem, am Ende, zu Hause: Gut! Rich-tig gut…

Sushi Bowl

Gericht Hauptgericht
Vorbereitungszeit 30 Minuten
Zubereitungszeit 45 Minuten
Arbeitszeit 1 Stunde 15 Minuten
Portionen 2 Portionen

ZUTATEN

GARI

  • 100 g Ingwer
  • 1 TL Salz
  • 50 ml Reisessig
  • 50 g Zucker

REIS

  • 150 g Rundkornreis z. . Milchreis oder Sushireis
  • 400 ml Wasser
  • EL Reisessig
  • 1 TL Zucker
  • 1/3 TL Salz

MARINADE

  • 3 EL Sojasauce Shoyu
  • 1 EL Sesamöl
  • 1 Stück Ingwer walnussgroß
  • 1 Msp Wasabi-Pulver

GEMÜSE

  • 1 Karotte
  • 1/3 Salatgurke
  • weitere Gemüse (= Pilze, Spinat, Broccoli, Paprika, Frühlinsgzwiebeln...) und/oder eine Handvoll Sprossen nach Wahl

ALLES ANDERE

  • ½ EL Sesamsaat hell
  • ½ EL Sesamsaat schwarz
  • 150 g Räucherlachs (wahlweise Tofu in verschiedensten Varianten, gebratene Shrimps, hartgekochte Eier...)
  • Norialgen-Blätter

SO GEHT'S

  1. Am besten bereits am Vortag den Ingwer schälen und mit dem Sparschäler oder Gemüsehobel in feine Streifen hobeln. In einer Schüssel mit Salz vermengen und mindestens eine Stunde ziehen lassen.

  2. In einem Topf Zucker und Reisessig erhitzen, bis sich der Zucker vollständig gelöst hat. Über den Ingwer gießen und mehrere Stunden, am besten abgedeckt über Nacht im Kühlschrank ziehen lassen.

    (Später in ein sauberes Schraubgläschen umfüllen – hält sich im Kühlschrank und schmeckt immer besser.)

  3. Den Reis gründlich spülen, bis das Wasser klar und nicht mehr milchig ist.
  4. In einem Topf das Wasser (ohne Salz!) erhitzen und den Reis zugeben, sobald es kocht. Abgedeckt auf kleinster Flamme so lange quellen lassen, bis das Wasser vollständig aufgenommen ist. Das kann gut 30 Minuten dauern.

  5. Anschließend Reisessig, Zucker und Salz gut verrühren und unter den Reis rühren. So lange wie möglich ziehen lassen – ebenfalls am besten abgedeckt über Nacht im Kühlschrank.

  6. Sesamsaat in einer Pfanne bei mittlerer Hitze ohne Fett rösten, bis es duftet und die Körnchen knistern und springen. Vom Herd ziehen und den Sesam auf einem Teller abkühlen lassen.
  7. Für die Marinade Sojasauce, Sesamöl und Wasabi gut verquirlen. Ingwer schälen, fein hacken und dazugeben.
  8. Gurke gründlich waschen und Möhre schälen und beides wieder entweder mit dem Sparschäler oder einem guten Gemüsehobel zu feinen Streifen verarbeiten. 30 Minuten in der Marinade ziehen lassen.

  9. Nach Gusto weiteres Grünzeug waschen, putzen und ggf. kurz dämpfen (Broccoli) oder anbraten (Pilze), Nori in feine Streifen schneiden.
  10. Den Reis gerecht auf zwei Schüssel verteilen, ebenso Lachs, den Gurke-Karotten-Mix und einen Teelöffel Gari, alles mit Marinade besprenkeln und mit Nori und Sesamsaat bestreuen.

NOTIZEN

inspiriert von Gusto & Aroma, Green Kitchen Stories und Kochmeister

2 Kommentare

  1. Oh, da muss ich ja mal schauen. Grüne Currypaste hab ich nämlich auch noch im Kühlschrank. Allerdings noch unangebrochen und das muss sich ändern 🙂

    Das sieht auch so lecker aus. Ich finde alle Gerichte mit Sesamsaat eh schon so lecker 😀

    Liebe Grüße
    Anne

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