Von Lerchen und Eulen und einer kleinen Vogelhochzeit mit Giraffenbrötchen

Ich bin das, was in Fachkreisen „Lerche“ heißt: Wecker um sechs? Kein Ding. Instantan aufstehen? Macht mir nix! In die Vollen? So ab sieben. Und nach 18 Uhr? Äääh… .

Klar: Am Wochenende habe ich nix gegen ’ne Extraportion Kissen und Sonderschichten im Bett. Wenn. Ja, wenn. Freund Biorhythmus nicht wär‘. Den hab‘ ich nämlich auch – millisekundengenau. Und lauter als jeder Wecker.

Wir haben also unsere sieben, acht Stunden geschlafen? Vorher nichts Großes gemacht? Ja, prima! Dann bitte: „Aufstehen! Haaallo! Ich bin waa-hach…!“
Ich denke, es ist nicht ganz falsch, es sich so vorzustellen, wie es sein wird, Kinder zu haben. Nur, dass die serienmäßig mit den Sonderausstattungen Decke-wegziehen und Matratzentranpolin kommen. Welche Freude wird das sein!

So oder so: Hilft nix. Wach ist wach. Und wach ist nicht weit von hungrig. Und hungrig ist ganz, ganz schlecht.
Also: Aufstehen. Essen. Und… Mist. Kerl. Den gibt’s ja auch noch. Liegt da grotesk in seine Laken verschnürt, schnarcht und ahnt von nichts. Tja. Äh… blöd.
Also… Kekse. Kekse sind immer gut. Und dann mal schauen, was so geht.
Nicht hier. Er – klassischer Fall von Eule – kann schließlich nichts dafür. Und Schlafstörung – gar Schlafentzug! – ist wirklich nicht nett. Regelrecht Folter. Nein. Das tut nicht Not. Wir ziehen uns zurück – ganz, ganz krrtschepperraschelrumms… leise.

Am besten dahin, wo es Kekse gibt. Und ‚was zu tun:
Brötchen wie diesen schadet es nämlich nicht, ein bisschen sonderbehandelt zu werden. Mit Händen. Ruhe. Ordentlich Guss.
Dann nämlich zieht man Stunden später herrliche Oschis aus dem Ofen. Die mit dem Kaffee um die Wette duften, dass es bald Tapp-tapp macht im Flur und eine ganz hinreißend zerknautschte Eule ihr Gesicht durch die Tür steckt und wissen will, was das denn hier alles ist und überhaupt so früh und gibt’s jetzt schon Frühtsück…?

Ja, es gibt Frühstück. Hier, nimm‘ ein Giraffenbrötchen. Ofenfrisch. Mit ein bisschen Marmelade. Wie in DEinem Traum.

Giraffenbrötchen aka Tiger Crackle Buns*

Gericht Brot & Brötchen, Frühstück
Vorbereitungszeit 20 Minuten
Zubereitungszeit 20 Minuten
Arbeitszeit 40 Minuten
Portionen 5 Stück

ZUTATEN

TEIG

  • 2 g Trockenhefe
  • 40 ml Wasser
  • 200 ml Milch
  • 1 ½ TL Zucker
  • 1 EL Olivenöl
  • 1 TL Salz
  • 130 g Weizenvollkornmehl
  • 130 g Weizenmehl T 550

KRUSTE

  • 2 g Trockenhefe
  • 40 ml Wasser ggf. mehr
  • 1 ½ TL Zucker
  • ½ TL Olivenöl
  • 1/4 TL Salz
  • 45 g Reismehl

SO GEHT'S

  1. Für den Teig am Vorabend Milch und Wasser auf Handtemperatur bringen – maximal 37°C. Beides in einer großen Schüssel mit Hefe und Zucker verrühren und fünf Minuten angehen lassen.

  2. Öl, Salz und Mehl zugeben und ca. fünf Minuten kneten (sollte der Teig zu sehr kleben, etwas mehr Mehl nehmen). Das Ziel ist ein weicher, elastischer Teig, den man abgedeckt über Nacht gehen lässt – bei Raumtemperatur oder im Kühlschrank.

  3. Anderntags Teig durchkneten und in fünf gleich schwere Teile teilen. Auf ein mit Backpapier ausgelegtes und leicht bemehltes Blech setzen, rundschleifen und eine Stunde entspannen lassen.

  4. Währenddessen den Ofen auf 220°C vorheizen und die Zutaten für die Kruste in einer Schüssel verrührenn. Wir brauchen so viel Wasser, bis das Ganze eine zähflüssige Konsistenz hat, vergleichbar schönem Zuckerguss – also in Sachen Flüssigkeit bitte eher klotzen als kleckern!

  5. Diese Paste wird vor dem Backen gleichmäßig auf den Brötchenoberflächen verteilt. Anschließend das Blech unter Schwaden für ca. 20 Minuten in den Ofen schieben, bis die Oberfläche der Brötchen knusprig gebräunt ist.

NOTIZEN

frei nach diversen Quellen, z. B. hier oder hier oder hier

*PS: Im Netz kursiert das Ganze als „Dutch Crunch“ oder „Tiger Crackle Buns“. Also… ein Tigermuster habe ich beim besten Willen nicht ausmachen können – mich hat das Ganze eher an Giraffenfell erinnert. Aber gut. Freiheit der Kunst und so.

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7 Kommentare

  1. Echt witzig, dass Paare oft aus einer Lerche und einer Eule bestehen. Ich bin die Lerche. 🙂
    Die Knuperbrötchen klingen spannend! So ähnlich wie Melonpan nur mit Reis- statt Mürbeteigkruste.

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