Ausgesucht: Kaffeekipferl nach Johanna Aust

Kaffeekipferl nach Johanna Aust | milchmädchen.

Die Florentiner sind inzwischen Geschichte, die schokoladigen Husarenkrapfen abgezählt. Von Ottolenghis Gevulde Speculaas existieren traurige Reste – genau wie von den Lebkuchen. Weihnachten essen wir, wenn das so weitergeht, wohl Stollenzwieback und ein paar übrige Kipferl. Aber manchmal kann man’s sich nicht aussuchen (und 2020 schon gar nicht).

Wobei der heurige Plätzchenjahrgang ein ausgesucht-glücklicher war: Keine Sorte, die nicht gefallen hätte, keine Komponente – würzig, schokoladig, mürbe, weich – die fehlte. Einzig die Florentiner hätten knuspriger bleiben können, aber das habe ich bereits mit Micha geklärt.

Bleibt also nur, die liebsten Neuzugänge nachzureichen: Allen voran einen ausgemachten Quick-Fix in Kipferlform. Diese Kekse sind schnellstens verknetet, unkompliziert im Handling und getaucht in Kuvertüre nichts als fein. Sie wären damit idealer Kandidat für spontane Wiederauffüllaktionen…

Mehr davon →

Nur für den Fail: Von Stimmen, beherzten Schnitten und der Erfindung des Stollen-Zwieback

Stollenzwieback | milchmädchen,

Ich hätte nur nachgeben müssen – nur auf dieses kleine, leise Stimmchen hören. Das da flüsterte: “Lass ihn! Lass den Teig einfach noch ruhen. Der kann noch! Nur keinen Stress…”

Aber nachdem die Geduld hier tagelang hatte schalten und walten können – mit ihrem Rosinen-Vorteig und -Vorvorteig und Vorvorvorteig – dachte ich, dass es nun wirklich mal lange. Zumal: Wohin sollte sich der Teig auch groß entwickeln, mit dem Gewicht all der Butter und der Nüsse und Früchte?

Nun: Keine zehn Minuten später ahnte ich, dreißig Minuten später wusste ich, dass sich das Stimmchen verdammt nochmal ein Megaphon zulegen sollte. Denn: Die auf Heferosinen umtrainierten Premium-Stollen waren alles, nur nicht das – Premium oder gar(er) Stollen. Schwere, klitschige Klumpen von ungesunder Blässe lagen vor mir am Blech (s. u.). Und statt des Stimmchens hatte ich nun vernehmlich meine Mutter im Ohr, die erklärte, man solle das mit den Christkuchen getrost den Profis überlassen. Was mein Vater nur bekräftigen konnte, schließlich hatte seine Verwandtschaft die vorbereiteten Teige einst eigenhändig in die Dresdener Bäckerei geschleppt…

Jedenfalls: Fail, epischer Güte. Und mein ressourcenschonendes Herz blutete ob all der Dinge, die da verwirkt und verloren vor mir lagen! Das handgemachte Orangeat! Die Gutebutter! Nüsse, Früchte…!

Wütend pinselte ich das finale Milchfett über die Laibe und bestreute bewarf sie dick mit Zucker. Geändert hat das natürlich nichts: Nach einer Nacht am Balkon waren die Stollen noch genauso flach und genauso matt wie am Tag zuvor. Nur hörte ich wieder so ein Stimmchen: Was, wenn man das Ganze einfach nochmal büke? Also, aufgeschnitten in feine Scheibchen? Klappt das bei Cantuccini bzw. mit My Feldts Zimtschnecken nicht auch?

Und was soll ich sagen? Die Doppelbackung entpuppte sich als Eingebung schlechthin! Nicht nur sind diese goldbraun geränderten Kekse erstaunlich hübsch; ihr ausdrückliches Stollenaroma wird überdies um feine Röstnoten sowie angenehme Knusprigkeit ergänzt.

Also: Für den Fail… äh: Fall, dass meine Küche nicht die einzige ist, die solche Kataströphchen kennt: Hinfallen, aufstehen, Scheibchen schneiden, weiterbacken. Wahlweise alten, übrigen oder miesen Stollen zu dieser Art Zwieback verarbeiten (wenn man es nicht schon mit Astrids Stolleneis oder dieser Torte versucht hat).

Mehr davon →

Winterpie mit Maronen, Pilzen, Preiselbeeren und Lauch

Winterpie | milchmaedchen.

„Och“, dachte ich, “hübsch”, als ich diese Pastetchen in meiner Timeline sah. Ein Blick in die Zutatenliste allerdings ernüchterte: Lauch UND Pilze. Das würde hier jemandem gar nicht passen.

Was dieser Jemand aber mag, ist Essen. Vor allem, wenn es fertig am Tisch steht. Da muss man vielleicht doch nicht immer gleich-sofort wissen, was man gerade verzehrt.

Schon gar nicht, wenn es so schmeckt: Die integrierten Preiselbeeren (original: Cranberries) sorgen für eine ungewohnte, aber ungemein passende süß-säuerliche Note und die sämige Füllung aus erwähnten Champignons und Lauch in Kombination mit Linsen, Maronen, Kartoffeln und etwas Sahne harmoniert wunderbar.

Auch der Mann fand, dass man das ruhig so wieder machen könnte. Dann vielleicht sogar wirklich hübsch…

PS: Das Rezept lässt sich übrigens leichtens veganisieren: Statt Kuhmilch und Sahne tun’s Haferdrink und -sahne, statt Butter nimmt man Alsan oder nur Kokosöl, und das Eigelb dient einzig der Dekoration.

Mehr davon →

Für den Fall: Oriel Lace Blouse & Midirock nach Burda

Oriel Lace Blouse & Midi-Rock Burda Style 10/2018 #106A | milchmädchen.
Midi-Rock Burda Style 10/2018 #106A
Oriel Lace Blouse | milchmädchen.

Für den Fall, dass es heuer doch noch sowas wie Weihnachten gibt: I wär g’rüscht* (Hochdeutsch: Ich wäre vorbereitet. Dieses Vorarlbergisch… Gift für mein Norddeutsch!)! Zur Hälfte schon seit letztem Jahr, denn den Rock nähte ich im Herbst 2019. Eigentlich als Konzertrock, den es letztlich doch nicht gebraucht hat, weil für Instrumentalisten auf winterlichen Emporen nur ein Dresscode gilt: WARM! Ich trug ihn stattdessen zur betrieblichen Weihnachtsfeier, wo er dank des fancy Faltenwurfs manches “Oh”/”Ah” provozierte. Da übrigens noch Ton in Ton getragen mit einem schwarzen Longsleeve, denn das wei(h)n(achts)rote Blüschen ist erst seit kurzem fertig (= es musste zwischenzeitlich einem gewissen Kleid weichen…).

Angeschlagen habe ich es aus einem einzigen Grund: Wie toll ist bitte diese Knopfleiste am Kragen?! Dass sie an meiner Rückseite etwas untergeht und der ganze Kragen ohnehin viel weniger “steht” als ich gehofft hätte: Mei! Sie ist da und das ist, was zählt. Vermutlich hätte es geholfen, doch eine Nummer größer zu stricken, aber laut Maschenprobe und Maßzeichnung sollte es halt die 36” sein.

Mehr davon →

Advent, eigenhändig.

Advent 2020 | milchmädchen.
Fränkische Elisenlebkuchen | milchmädchen.
DIE Elisen. Seit diesem Jahr noch hübscher Dank Mühle!
Adventskranz 2020 | milchmädchen.

Es hat Advente [sic] gegeben, da wurde hier gar nicht dekoriert. Das waren die, als der Kerl Mann und ich noch zwei Wohnungen bewohnten, mitunter in zwei Städten, Ländern – weit, weit voneinander entfernt. Seit dieser Missstand behoben ist und wir gemeinsamer Häuslichkeit frönen… nun: Da keimte ganz vorsichtig der Wunsch, es sich im Dezember ein bisschen “schön” zu machen. Zaghaft, mit ein paar Papier-Sternchen am Fenster und einer Art Adventskranz in Form einer Schale voll Walnüsse. Um sich dann, ganz langsam, dem vorläufigen Höhepunkt entgegenzueskalieren.

Vielleicht liegt es an der Pandemie mit ihrem intensiviertem Stubenhockertum, aber so viel wie Deko heuer gab es noch nie. Und das nahezu ohne Konsum (weil: geht ja nicht): Den Adventskranz fertigte ich aus einer Salzteigverwandten und mithilfe von etwas Heißkleber sowie Wanderfunden vom Wegesrand (Ilex! Vorgeschnittene Tanne!). Die Tannenreste wurden mit Baumwollgarn an einem Stück altem Spiegelrahmen befestigt. Weiterhin baumeln dort ein paar Anhänger, die ich ebenfalls aus der weißen Natron-Speisestärke-Masse stach. Über unseren Köpfen im “Wohnbereich” tanzen bei jedem Luftzug Sterne aus Papier. Und schuld an allem in Pinterest.

Mehr davon →