Tomatensauce, die.

„Kommt das dann auch in Deinen Fressblog…?“ fragte der Kerl, als die dampfende Schüssel nicht vor ihm auf dem Tisch landete, sondern unter der am Toaster installierten Beleuchtungskonstruktion. „Mmmh“, machte ich, den Blick fest auf’s Display gerichtet – und drückte ab. Und nochmal. Und…

… hielt inne: Hatte mein Kerl da gerade – wohlverstecktes! – Interesse am heutigen Abendmahl geäußert? Und sei es aus schierer Hypoglykämie (Was ein Wort! Zu Deutsch sehr profan: Unterzuckerung)?! Ich warf einen vorsichtigen Blick über die Schulter.
Da saß er und schaute unschuldig. Mein mutiger Mann!
Zu diesem Zeitpunkt befand sich in der Schüssel nämlich vor allem eines: Todfeind Tomate!
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Es schneit: Sonntagsbrötchen

„Mh! “ machte der Kerl, als er in sein Brötchen biss, dass es nur so knusperte.
„Mh! “ machte auch ich, als ich dem ersten Krumen nachschmeckte – und keine Hefe fand.

Hefe, finde ich, hat in Frühstücksbrötchen nichts zu suchen.
Hefe ist prima, so lange sie tut, was sie tut und Teige lüftet, Saaten stemmt und Krusten lupft. Schmecken muss ich das alles aber nicht.
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Es gibt Bagel, Baby!

„Bagel“, erklärte mein Kerl, derweil er die Hälfte eines solchen großzügig butterte, „sind an sich schon ganz schön gut. Noch besser allerdings wären sie“, fuhr er fort, als er sein Werk betrachtete und entschied, dass eine Messerspitze mehr nicht schaden könne, „hätten sie nicht dieses unpraktische Loch.“

Ich hielt inne, das Messer auf halber Strecke zum Streichfett. Was für ein Gedanke! Bagel ohne Loch! Wären das überhaupt noch Bagel? Oder nicht eher Brötchen, die wie Bagel schmecken, aber keine Brötchen… Bagel… – ich suchte mein Heil in der Butterdose und versprach, darüber nachzudenken.
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Lecker Linsensuppe!

Nein, richtig glücklich wirkte er nicht, als er die getrockneten Tomaten auf dem Brett liegen sah und dazu meine entschlossene Miene. Mmmh, lecker – Tomaten…! versuchte er es noch, als ich das Messer auf selbige senkte.

Die schmeckt man hinterher gar nicht“, erklärte ich, derweil ich das Rot rezeptgemäß malträtierte. Dann kann man sie ja auch weglassen“, fand der Kerl, was wiederum ich geflissentlich überhörte.

Mein Kerl mag keine Tomaten (und keinen Rosenkohl und keine Zucchini und keine Auberginen, keinen Porree, keinen Brokkoli und vor allem: keine Pilze!). Ein Umstand, dem ich eine zeitlang in der Mahlzeitenplanung versuchte Rechnung zu tragen – und inzwischen relativ konsequent ignoriere.
Es wäre schließlich nicht so, dass er Tomaten (oder Porree oder Brokkoli) nicht äße – sofern entsprechend verpackt.
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