Sommerliches Sonntagssüß: Schokoladensorbet

Schokoladensorbet nach David Lebovitz | milchmädchen.

Es ist passiert. Ich habe es getan. Nach Jahren (sic!) des Wägens – Minimalismus versus Hedonismus, Platz versus die Plackerei mit den Alternativen – sind wir nun im Besitz einer Eismaschine. Und daran ist auch der Klimawandel Schuld, denn in Sommern wie diesem ist alles andere als Eis an Wochenendnachmittagen eine Zumutung (so, wie es ganz und gar indiskutabel ist, zur Frühstücksbereitung den Ofen zu nutzen, aber davon ein andermal mehr. Und dass beides vor dem Hintergrund des Zustands unserer Erde vor Ironie nur so strotzt, ist hoffentlich allen klar).

Allerdings stellt einen Eis vor ähnliche Probleme wie gutes Gebäck: Jenseits von angentrifizierten Großstadtvierteln oder Bastionen der guten alten Zeit muss man die Kombination aus Geschmack und Qualität mitunter suchen. In Hannover liebten wir Frioli und Wahls (RIP) – hier war bisher nichts annähernd Vergleichbares zu finden, leider.

Und als dann keine zwei Kilometer entfernt ein nahezu unbenutztes Exemplar meiner Traumeismaschine zum (Privat-)Verkauf stand – da konnte ich einfach nicht anders.

Seither teste ich. Die Nachbauversuche unserer Lieblingssorten aus Hannover – Milchreiseis à la Frioli bzw. Mangosorbet nach Wahls – harren noch der Optimierung, aber an der Schokoladenfront gibt schon zwei Favoriten: Das klassische Eigelb-Massen-Eis nach My Feldt hat im ersten Versuch hervorragend funktioniert, und sogar noch ein bisschen besser gefiel das Schokoladensorbet nach David Lebovitz. Lange konnte ich mir nicht vorstellen, dass es schmeckendes Eis ohne Milch und Sahne geben kann, entsprechenden Erfahrungen sei Dank, und war umso faszinierter, als ich – ebenfalls bei Wahls – einmal ein tiefdunkles Schokosorbet kostete. Möglicherweise war es sogar das nach Lebovitz, denn sein Rezept wird genauso intensiv schokoladig, ohne zu kräftig oder zu süß zu sein, und zugleich wunderbar cremig. Sogar direkt aus dem Tiefkühler! Ich bin mir sicher, dass diese Basis darum beizeiten für Versuche mit Kaffee wird herhalten müssen (vgl. hier), aber bis dahin:

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Zisch-Puff! – oder: Learning to fry – oder: What we’ve been eating lately

Nem chay | milchmädchen.

Zisch! Puff! – NEIN! Nein, nein, nein, nein!

Und dann steht auf einmal noch der Kerl hinter mir und schaut zu, wie ich mit einem langstieligen Löffel und einem Holzwender um eine Pfanne voller Frittieröl tanze, immer auf der Hut vor fettigen Geschossen. In der Pfanne befinden sich zu diesem Zeitpunkt „Chả giò“ bzw. „nem rán“, vietnamesische Reispapierrollen, vor deren Kapriziösität Nadine und Jörg von „Eat this!“ offensichtlich nicht zum Spaß gewarnt haben. In die erste hatte ich mit einem zu frühen Einsatz besagter Holzinstrumente bereits ein nennenswertes Leck geschlagen. Ergebnis: Zisch, Puff – und unkontrolliert entweichende Füllung (Dass man die Dinger nur lang genug in Ruhe lassen muss, bis die erste Seite wirklich knusprig ist, ahnte ich da noch nicht).

„Das ist ja lustig!“, findet der Mann, aus halbwegs sicherer Entfernung. „Zisch, Puff, Neinneinneinnein!“

„Das ist nicht lustig, das ist unser Abendessen!“

„Zisch, Puff?“

Fast: Sind es nicht die Asiaten, die ihrem Essen gern sprechende Namen geben – Namen wie „Ameisen krabbeln auf den Baum“ oder „Tofu nach Art der pockennarbigen Alten“? „Chả giò“ bzw. „nem rán“ heißt nicht zufällig „Zisch-Puff“ (nein, leider)?

„Zisch-Puff“ schmeckt nämlich. Nicht so ultraoléolésupergut, dass ich denke, dass ich es hier im Blog verewigen muss, aber ausreichend gut, dass ich gern auf den Beitrag von Nadine und Jörg verweise, wo das einwandfreie Rezept nachzulesen ist. Wir aßen dazu Reisnudeln (65 Gramm), Gurken- und Karottenjulienne, grünen Salat, beträufelten alles mit selbstgemachtem Nuoc Cham nach diesem Rezept sowie ein wenig Minze und Koriander.

Falafel & Naan | milchmädchen.

Etwas, das übrigens auch für das Essen vom Vorabend gilt – also: gut, aber nicht unbedingt verbloggenswürdig. Grob inspiriert von dieser Vorlage gab es Kräuterfalafel mit Salat, Gurke, Tomate, etwas Paprika, Petersilie und einer Tahin-Zitronen-Ahornsirup-Wasser-Sauce, gewickelt in Naan. Einfach, frisch und fein.
Die Falafel improvisierte ich aus eingeweichten, abgetropften Kichererbsen (Trockengewicht plusminus 100 Gramm?), die ich großzügig mit Petersilie, Koriander, Schnittlauch und Dill pürierte, mit geröstetem Kreuzkümmel und Salz würzte und mit ein, zwei Esslöffeln Haferflocken band. Die Kugeln stellte ich vorm Frittieren kühl; was sicherlich kein Schaden war. Die Naan-Brote trieb ich mit 50 Gramm Anstellgut anstelle von Hefe und zog je 25 Gramm Flüssigkeit und Mehl von den Mengen dieses Rezepts ab (und verzichtete auf die extra Kräuter).

Falafel & Naan | milchmädchen.

Kochen ohne kochen: Šaltibarščiai – Litauische Rote-Bete-Kaltschale mit Buttermilch, Kartoffeln, Ei und Dill

Saltibarsciai | milchmädchen

Manchmal habe ich einfach keine Lust – zu kochen oder mir auch nur Gedanken zu machen, was es abends zu essen geben könnte. Es sind Tage, an denen der Muße keine Pinteresterei auf die Sprünge hilft und auch kein Kochbuchwälzen. Tage, an denen ich ernsthaft Tiefkühlpizza erwäge, Takeaway oder Döner – Dinge, die es bei uns aus Gründen normalerweise nicht zur Debatte stehen. Wenn ich Glück habe, springt in solchen Momenten der Kerl ein und flöht sein Rezeptrepertoire – manchmal essen wir auch einfach trocken Brot.

Vielleicht sind das die Tage, an denen es in Zukunft Šaltibarščiai gibt. Seit ich bei Mel Stevan Pauls Version der litauischen kalten Rote-Bete-Suppe entdeckt habe, bin ich entzückt: So schön (rosa)! So fein! Und noch viel schneller gemacht! Alles, was es braucht, sind ein Pürierstab, Buttermilch und eingelegte Bete (sowie zwei, drei Ingredienzen mehr, s. u.). Traum! Sowie: #gutbeihitze. Könnte ja nochmal relevant werden…

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Here comes the sun: Gathered Sundress

Gathered Sundress | milchmädchen.

Vier Euro. Das ist alles, was mich dieses Kleid gekostet hat. Bezahlt habe ich sie für den Reißverschluss (in den ich zusätzliche Nerven investieren musste, nachdem ich den Zipper etwas zu schwungvoll über das gekürzte und noch ungestoppte Ende gezogen hatte, aber das ist eine andere Geschichte) – alles andere war schon da. Sämtliche vernähte Stoffe sind Reste, die ich teilweise (= gelb & gelb) von meiner Mutter übernommen habe und die gut und gerne 20 Jahre alt sind.

Auch der Schnitt ist nicht neu: Ein Exemplar mit blauen Längsstreifen nähte ich 2018 und eines mit roten im Jahr zuvor. Und nachdem das Thermometer vergangene Woche einfach nicht mehr zurück unter die 30-Grad-Marke fallen wollte, war klar, dass der Kleiderschrank auch 2019 eins braucht: Mit insgesamt drei Kleidern und einer Freizeit-only-Shorts kommt man hitzesommers vor allem im Büro nicht weit. Die heurige Edition trägt die (rosa) Streifen innen, denn das Futter besteht ich aus Überbleibseln der zweiten Carme-Blouse. Von den Resten einer anderen Bluse zweigte ich den roten Oberstoff ab, ebenso den orange-gelben Taillengürtel.

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Sommer – satt: Philadelphia Roll Sushi Bowl

Philadelphia Roll Sushi Bowl | milchmädchen.

Was der Frischkäse hier verloren hat oder wie das Dressing zu seinem Namen kam: fragt nicht. Scheint was Amerikanisches zu sein; jedenfalls lassen das die Erläuterungen im Original vermuten.

Fakt ist: Es schmeckt – sehr (und macht dank Avocado, Lachs, besagtem Frischkäse und Mayonnaise auch sehr, sehr satt, aber das nur am Rande). Und weil das große Poké-Smoothie-Buddha-Bowlen eigentlich schon wieder vorbei ist und meine letzte Sushi-Sause ganz schön lange her (Stichwort „Entstaubte Klassiker“), lasse ich diese sommerliche Schüssel einfach mal da.

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