Black and white, unite, unite! – Marble Rye Bagels

Marble Rye Bagels | milchmädchen.

Von dieser Ballade – vermutlich behandelten wir sie einst im Musikunterricht – behielt ich nur den Leitvers: Black and white, unite, unite! Eine Zeile, zu der es so wahnsinnig viel zu sagen gibt. Mehr, als ich sagen kann, fürchte ich – weil ich in der Auseinandersetzung mit Alltagsrassismen oder meinen f***ing white privileges noch absolut am Anfang stehe.

Immerhin: Die Sensibilisierung ist da. Mir fällt immer häufiger auf, wie krass die Unterschiede sind – und wie leicht und gut unsereins es hat. Dass es keine verdammte Selbstverständlichkeit ist, im Warmen und Trockenen zu sitzen, gepampert von einem sicheren Arbeitsplatz, solidem Auskommen, mit Muße für Bagelbäckerei und dem digitalen Schwadronieren davon.

Das, was hier nun alles nicht steht, entnehmt ihr vielleicht diesen Gebäcken: In denen sich dunkler und heller Teig ganz unaufgeregt vereinen – zum knusprig-chewigen Bagelideal. Vielleicht als erste, unbeholfene Allegorie (unter diskussionswürdiger Variierung einer jüdischen Tradition)?

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Nicht schön, aber schlonzig (und auch selten): Erbsensuppe aus Berlin

Berliner Erbsensuppe | milchmädchen.

Wie Erbsensuppe, richtig-echte Erbsensuppe geht, lernte ich im zarten Alter von vier, vielleicht fünf auf Spiekeroog. Bis dato kannte ich die Fassungen meiner Mutter und Großmutter, in denen Dosenerbsen und Fleischwurst dümpelten und mit denen ich einfach nicht richtig warm werden wollte. Was aber da beim Feuerwehrfest auf der Insel im Hochsommer* (?!) aus der Gulaschkanone in dünne Einwegplastikschüsselchen klatschte… ooh! Oooh! Dieser Schlonz! Und Geschmack!
Ich habe danach lange keine Erbsensuppe mehr mit so viel Genuss gegessen wie damals.

Bis zu dieser. Die nun meine bescheidene Kollektion klassisch-deutscher Eintöpfe ergänzt (s. u.). Weil: Schlonz. Geschmack. Und warm und satt macht sie auch. Das Wetter wäre gerade danach.*

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Something old, something new…

Burda 12/2011 #118
Lace Dress von Mari Lynn Patrick | milchmädchen.
Burda 12/2011 #118 | milchmädchen.

… something borrowed, something blue: Alt sind die Schuhe. Sie gibt es seit acht, neun Jahren und haben schon auf mancher Hochzeit getanzt (sic!). Neu ist das Kleid, das einer spontanen Eingebung folgend binnen zweier Monate entstand. Geliehen von meiner Mama habe ich das dazu passende Unterkleid. Und blau (und ebenfalls neu) ist der Mantel.

Vielleicht sind diese Äußerlichkeiten unsere einzige echte Konzession an „die“ Tradition. Drumherum haben wir tunlichst dafür gesorgt, das Ganze zu unserer Sache zu machen. Quer durch die Stadt mit Öffis, angekommen der kürzestmögliche Weg zum „Ja“. Keine Ringe, kein neuer Name, kein Chichi. Dafür hervorragendes Essen in unhippem Ambiente und (Corona!) die Familien dabei.

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Innere Wärme: Spiced Plum Cake with Toffee Glaze nach David Lebovitz

Spiced Plum Cake with Toffee-Glaze nach David Lebovitz | milchmädchen.

Über Nacht ist es so kalt geworden, dass die Gipfel ringsherum wie eingezuckert sind. Die Mehlschwalben, die noch vor wenigen Abenden krakeelend durch die Dämmerung schossen, drängen sich windzerzaust auf Simsen, Balustraden, Balkonen – Hauptsache trocken, Hauptsache warm.

Wir haben uns Tee gemacht. Den Guten von Bünting aus dem neuen-alten Service mit den hauchigen Tassen. Petras Pflaumenkuchen, der ursprünglich von David Lebovitz stammt, passt dazu perfekt: Noch restwarm mit einem Klecks Sahne, die auf salzig-süßem Toffee zerrinnt. Darunter eine knackige Schicht Mandeln und säuerliche Zwetschgen in flaumigem Teig. Kardamom und Zimt erinnern an den Sommer. Aber dazu ein andermal mehr.

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Je ne regrette rien: Vegane Tomaten-Spinat-Quiche mit Sauerteigboden

Vegane Tomaten-Spinat-Quiche mit Sauerteigboden | milchmädchen.

Deftig dreinschauende Gemüsequiches? Genau mein Beuteschema! Der (preisreduzierte) Tofu lag darum schon im Einkaufskorb, bevor sich weitere Überlegungen überhaupt formierten. Überlegungen wie: Eine Quiche ganz ohne Eier, Butter und Käse? Sicher, Schätzchen? Aber: Das Kind plantschte bereits vergnüglich im Brunnen, sodass ich beschloss, dass ein mit Sauerteig versetzter Boden nun auch kein Risiko mehr wäre.

And what can I say? Selten eine knusprigere, „flakiere“ Unterlage kredenzt! Und auch der Belag: Aromatisch, pikant, prima! Das darf es bitte ganz genauso wieder geben!

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