Zisch-Puff! – oder: Learning to fry – oder: What we’ve been eating lately

Nem chay | milchmädchen.

Zisch! Puff! – NEIN! Nein, nein, nein, nein!

Und dann steht auf einmal noch der Kerl hinter mir und schaut zu, wie ich mit einem langstieligen Löffel und einem Holzwender um eine Pfanne voller Frittieröl tanze, immer auf der Hut vor fettigen Geschossen. In der Pfanne befinden sich zu diesem Zeitpunkt „Chả giò“ bzw. „nem rán“, vietnamesische Reispapierrollen, vor deren Kapriziösität Nadine und Jörg von „Eat this!“ offensichtlich nicht zum Spaß gewarnt haben. In die erste hatte ich mit einem zu frühen Einsatz besagter Holzinstrumente bereits ein nennenswertes Leck geschlagen. Ergebnis: Zisch, Puff – und unkontrolliert entweichende Füllung (Dass man die Dinger nur lang genug in Ruhe lassen muss, bis die erste Seite wirklich knusprig ist, ahnte ich da noch nicht).

„Das ist ja lustig!“, findet der Mann, aus halbwegs sicherer Entfernung. „Zisch, Puff, Neinneinneinnein!“

„Das ist nicht lustig, das ist unser Abendessen!“

„Zisch, Puff?“

Fast: Sind es nicht die Asiaten, die ihrem Essen gern sprechende Namen geben – Namen wie „Ameisen krabbeln auf den Baum“ oder „Tofu nach Art der pockennarbigen Alten“? „Chả giò“ bzw. „nem rán“ heißt nicht zufällig „Zisch-Puff“ (nein, leider)?

„Zisch-Puff“ schmeckt nämlich. Nicht so ultraoléolésupergut, dass ich denke, dass ich es hier im Blog verewigen muss, aber ausreichend gut, dass ich gern auf den Beitrag von Nadine und Jörg verweise, wo das einwandfreie Rezept nachzulesen ist. Wir aßen dazu Reisnudeln (65 Gramm), Gurken- und Karottenjulienne, grünen Salat, beträufelten alles mit selbstgemachtem Nuoc Cham nach diesem Rezept sowie ein wenig Minze und Koriander.

Falafel & Naan | milchmädchen.

Etwas, das übrigens auch für das Essen vom Vorabend gilt – also: gut, aber nicht unbedingt verbloggenswürdig. Grob inspiriert von dieser Vorlage gab es Kräuterfalafel mit Salat, Gurke, Tomate, etwas Paprika, Petersilie und einer Tahin-Zitronen-Ahornsirup-Wasser-Sauce, gewickelt in Naan. Einfach, frisch und fein.
Die Falafel improvisierte ich aus eingeweichten, abgetropften Kichererbsen (Trockengewicht plusminus 100 Gramm?), die ich großzügig mit Petersilie, Koriander, Schnittlauch und Dill pürierte, mit geröstetem Kreuzkümmel und Salz würzte und mit ein, zwei Esslöffeln Haferflocken band. Die Kugeln stellte ich vorm Frittieren kühl; was sicherlich kein Schaden war. Die Naan-Brote trieb ich mit 50 Gramm Anstellgut anstelle von Hefe und zog je 25 Gramm Flüssigkeit und Mehl von den Mengen dieses Rezepts ab (und verzichtete auf die extra Kräuter).

Falafel & Naan | milchmädchen.

Kochen ohne kochen: Šaltibarščiai – Litauische Rote-Bete-Kaltschale mit Buttermilch, Kartoffeln, Ei und Dill

Saltibarsciai | milchmädchen

Manchmal habe ich einfach keine Lust – zu kochen oder mir auch nur Gedanken zu machen, was es abends zu essen geben könnte. Es sind Tage, an denen der Muße keine Pinteresterei auf die Sprünge hilft und auch kein Kochbuchwälzen. Tage, an denen ich ernsthaft Tiefkühlpizza erwäge, Takeaway oder Döner – Dinge, die es bei uns aus Gründen normalerweise nicht zur Debatte stehen. Wenn ich Glück habe, springt in solchen Momenten der Kerl ein und flöht sein Rezeptrepertoire – manchmal essen wir auch einfach trocken Brot.

Vielleicht sind das die Tage, an denen es in Zukunft Šaltibarščiai gibt. Seit ich bei Mel Stevan Pauls Version der litauischen kalten Rote-Bete-Suppe entdeckt habe, bin ich entzückt: So schön (rosa)! So fein! Und noch viel schneller gemacht! Alles, was es braucht, sind ein Pürierstab, Buttermilch und eingelegte Bete (sowie zwei, drei Ingredienzen mehr, s. u.). Traum! Sowie: #gutbeihitze. Könnte ja nochmal relevant werden…

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Here comes the sun: Gathered Sundress

Gathered Sundress | milchmädchen.

Vier Euro. Das ist alles, was mich dieses Kleid gekostet hat. Bezahlt habe ich sie für den Reißverschluss (in den ich zusätzliche Nerven investieren musste, nachdem ich den Zipper etwas zu schwungvoll über das gekürzte und noch ungestoppte Ende gezogen hatte, aber das ist eine andere Geschichte) – alles andere war schon da. Sämtliche vernähte Stoffe sind Reste, die ich teilweise (= gelb & gelb) von meiner Mutter übernommen habe und die gut und gerne 20 Jahre alt sind.

Auch der Schnitt ist nicht neu: Ein Exemplar mit blauen Längsstreifen nähte ich 2018 und eines mit roten im Jahr zuvor. Und nachdem das Thermometer vergangene Woche einfach nicht mehr zurück unter die 30-Grad-Marke fallen wollte, war klar, dass der Kleiderschrank auch 2019 eins braucht: Mit insgesamt drei Kleidern und einer Freizeit-only-Shorts kommt man hitzesommers vor allem im Büro nicht weit. Die heurige Edition trägt die (rosa) Streifen innen, denn das Futter besteht ich aus Überbleibseln der zweiten Carme-Blouse. Von den Resten einer anderen Bluse zweigte ich den roten Oberstoff ab, ebenso den orange-gelben Taillengürtel.

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Sommer – satt: Philadelphia Roll Sushi Bowl

Philadelphia Roll Sushi Bowl | milchmädchen.

Was der Frischkäse hier verloren hat oder wie das Dressing zu seinem Namen kam: fragt nicht. Scheint was Amerikanisches zu sein; jedenfalls lassen das die Erläuterungen im Original vermuten.

Fakt ist: Es schmeckt – sehr (und macht dank Avocado, Lachs, besagtem Frischkäse und Mayonnaise auch sehr, sehr satt, aber das nur am Rande). Und weil das große Poké-Smoothie-Buddha-Bowlen eigentlich schon wieder vorbei ist und meine letzte Sushi-Sause ganz schön lange her (Stichwort „Entstaubte Klassiker“), lasse ich diese sommerliche Schüssel einfach mal da.

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Sitzt, wackelt und hat Luft: Tunika Elle von Elle Puls

Tunika Elle | milchmädchen.
Tunika Elle | milchmädchen.
Tunika Elle | milchmädchen.
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Vielleicht hätte es auch ’ne Nummer kleiner getan: Jenseits des Rückens habe ich eher mit zu viel als mit zu wenig Stoff zu tun. Aber: Hallo-ho – der Rücken sitzt! Wie er soll! Und das ganz ohne Anpassungen! Überhaupt habe trage ich hier sozusagen das Probeteil, denn in Anbetracht der drölfzigtausend Schnittteile und Schritte hatte ich keine Lust, die Tunika zweimal zu nähen. Also, zumindest nicht einmal „zum Testen“ und einmal „richtig“. Darum auch die Größenwahl: Ich hatte den Bogen schon in 38 gedruckt und geklebt – um dann doch Schiss zu kriegen, ob hintenrum wieder zu eng sein würde, siehe Carme. Die habe ich zwischenzeitlich nämlich auch ein zweites Mal genäht – eine Größe größer und mit enormer Schultererweiterung, die ich hinterher wieder teilweise rausnehmen musste – nur, um festzustellen, dass der Schnitt einfach nicht meiner ist. Ja, sie sitzt so deutlich besser (s. u.) – aber so richtig super-duper halt auch nicht.

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