Kleine Brötchen backen: Schnittbrötchen über Nacht nach Ketex

Schnittbrötchen nach Ketex | milchmädchen.

„Normale“ Brötchen (aka Schrippen aka Semmeln aka Wecken aka Rundstücke) gibt es bei uns normalerweise nicht. Kerl und ich mögen die dunkleren, vollwertigen Verwandten einfach lieber – und ich finde es gerade ein bisschen komisch, dass man das auch politisch lesen kann.

However: „Nie“ sollte man bekannlich nie-nicht sagen, und mit Ketex‘ Anleitung sind knusprig-fluffige und aromatische [sic!] „Helle“ keine Hexerei. Einen kleinen Vollkornanteil habe ich trotzdem reingeschmuggelt – you know why.

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How to bagel: Bagel mit Mehlkochstück über Nacht

Bagels mit Mehlkochstück | milchmädchen.

Eigentlich wäre hier mal ’n Tutorial fällig, so von wegen „How to bagel“ und so. Ich habe ernsthaft drüber nachgedacht – verfüge da ja inzwischen über die eine oder andere Erfahrung. Dann allerdings las ich den Bagelpost von Serious Eats und – war sofort wieder kleinlaut.

„Wer bist denn du“, sagte dieser Post, „die du die Gütekriterien allenfalls vom Hörensagen kennst und nach Geschichte und Hintergründen googlen musst? Du Kontinentaleuropäerein ohne einen einzigen Tropfen Tradition im Blut meinst wirklich zu wissen, wie es geht?“

Weiß ich natürlich nicht. Das ist überhaupt so eine Sache: Ich mache, wenn ich was mache, Dinge gern „richtig“. Also – theoretisch. Praktisch läuft dummerweise nichts ohne (Vor-)Wissen und Übung. Das gilt fürs Brotbacken wie fürs Blog-Hosten wie für Bagel wie für die Näherei.

Gerade zum Beispiel hätte ich gerne eine komplette Schneiderlehre intus, damit ich wüsste, wo genau ich was vergrößern, verbreitern oder verändern muss, damit bei der Bluse (DER Bluse ❤️) nicht mehr Stoff unter den Achseln verschwindet, als er sollte (Zugfalten…). Ich ahne, dass es auch da um die Beschaffenheit des Lochs geht, durch das ich meinen Arm stecke – das bitte nicht zu groß und nicht zu klein sein und überhaupt an genau der richtigen Stelle sitzen sollte, damit drumherum alles schön makellos glatt gerät wie ein ordentlicher Bagel.

Diese sind außen knusprig und dank des eigentlich unauthentischen Mehlkochstücks wunderbar chewy –  so, wie ich mir diese Konsistenzqualitäten als Europäerin vorstelle. Ah, und à propos – doch ein Tipp von der mit-ohne Ahnung: Ein Blech mit Bagels steht dieser kühlen Tage hervorragend nachts auf dem Balkon – nur, falls der Kühlschrank keine amerikanischen Ausmaße haben sollte…

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Apfelkuchen, wie Apfelkuchen muss: Apfelkuchen nach Johann Lafer

Apfelkuchen nach Johann Lafer | milchmädchen.

Vom 24/7-Eierleautomat in Radelreichweite habe ich schon erzählt. Wovon ich hier noch nicht gesprochen habe (hier aber schon), ist sein netter Kollege – der 24/7-Eier-und-Milch-und-alles-Hofladen nach 15 Minuten Radfahrt. Seit der ersten Verkostung der dortigen Vollmilch – ein Liter zu ein Euro, tagesfrisch abgefüllt in Glasflaschen (❤️) – ist dieser Schlenker fest in meinen Arbeitsrückweg integriert. Wegen der Milch, aber auch wegen der Gutenbutter (ist ein Wort), des Käses, des Apfelsafts und der Äpfel. Die – klein und eher weich und sehr aromatisch – nehme ich immer dann, wenn noch Geld übrig ist, sprich: Wenn ich ein Zwei-Euro-Stück habe, aber nur einen Liter Milch brauche. Dann wandert noch ein halbes Kilo in den Korb – und später zum Beispiel in Kuchen. Diesen hat Micha bereits als Blogbuster tituliert – und wenn sie so schwärmt, wie es vor ihr schon Sandra und Petra und Kathi getan haben, dann muss der ziemlich herausragend sein.

Ich kann bestätigen: isser. Nachbackbefehl!

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Stolz und Vorurteil: Carme Blouse

Carme Blouse nach Pauline Alice | milchmädchen.

Ich. Bin. SO. Stolz! Auf diese Bluse. Auf das, was sie bedeutet – an Sorgfalt, Geduld, Lernerfolg! Ach ja, und: an Glück.

Ich sage nur: Probeteil (PROBETEIL – ich!). Schnittanpassung an Schultern und Brust für den Freizeit-Kletterinnenrücken (Brustabnäher sogar schon vor Bluse 1 an die richtige Position versetzt!). Erweiterung um Rückenpasse und -falte (Kletterinnenrücken again). Französische Nähte. Biesen. Einlagen. (Im-)Perfektionismus an den richtigen Stellen. Dinge, die ich noch vor gar nicht allzu langer Zeit nicht für möglich gehalten hätte.

Weil aller Anfang wirklich gar nicht so einfach ist – vor allem, wenn man den Fußanlasser mit dem Gaspedal verwechselt und nach drei Teilen meint, schneidern zu können (mind you, Sauerteig…). Manches habe ich eher zusammengeflucht als -genäht und meine Maschine(n) auf den Mond gewünscht. Wo das Problem eigentlich sitzt, ist freilich hinlänglich bekannt…

Eine Kollegin hat einmal die Theorie aufgestellt, dass ein Projekt nur reizvoll genug sein muss, um alle Bedenken in den Wind zu schießen und mit Muße zu ersetzen. Ich ahne, dass das stimmt.
Hier war es vor allem der Biesenlatz, der mir gefiel. Und wieder: Ein Kragen, der eigentlich keiner ist.

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