Selbsterkenntnis und die Sache mit dem Sauerteig: Miller’s Bread nach Dietmar Kappl zum World Bread Day 2017 | #wbd2017

Miller's Bread nach Dietmar Kappl | milchmädchen,

Die Bäckermeisterinnenprüfung? Nicht mehr als eine Formalie: Nach Sauerteigbrot Eins war ich mir ziemlich sicher, dass da nicht mehr viel kommen kann. Brotbacken? Easy! Warum das bloß keiner mehr macht…

Drei Jahre und Sauerteigbrot dreißig bis fünfzig später bin mir meiner Sache nicht mehr ganz so sicher. Weil ich, wenn ich ehrlich bin, nicht den Hauch einer Ahnung habe, warum manche Laibe im Ofen unkontrolliert aufreißen und andere nicht. Warum der eine Ausbund hässlich oval gerät und der nächste picobello. Wie das mit dem Rundwirken geht, das mit dem Schneiden, Schwaden, Schleifen.

Und als ich neulich von dieser Erkenntnis las, dass wir das Maul umso lieber aufreißen, je weniger wir von einer Sache wissen/können… nun, da meldete sich in meinem Kopf ein leises Stimmchen…

Ich serviere dieses Brot zum World Bread Day darum mit Demut: Weil es trotz Teig- und Rasttemperaturignoranz weder zu sauer geriet noch bockig war beim Backen. Weil kein Rand vom Backstein abhob – trotz nicht ganz optimaler Schnitte. Weil die Porung gleichmäßig, die Kruste knusprig und der Geschmack wunderbar ausgewogen waren – against all odds.
Weil ich einem echten Bäckermeister – einem wie Dietmar Kappl – zu Dank verpflichtet bin. Für seine Kunstfertigkeit, für seinen Blog, für die unverwüstlichen Rezepte.

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Für schlechte Zeiten: Kartoffelsuppe à la Kanzlerin

Kartoffelsuppe à la Kanzlerin | milchmädchen.

Suppe kann sie, die Kanzlerin. Und dass ich das so schreibe, will was heißen, schließlich hockt auf dem Kartoffelsuppenthron eigentlich eine andere. Eine, die mit Vanille würzt und mit dem Wein nicht geizt.

Allerdings: Die Kanzlerinnensuppe gab es hier binnen allerkürzester Zeit schon zweimal – die nach Tanja Grandits nicht. Weil Angelas Suppe schneller geht, einfacher – und weil sie genau richtig sämig ist, genau richtig pikant, genau richtig kartoffelig.

Was das für die Bundesrepublik bedeutet?

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Bleibt alles anders: Marmorkuchen mit Kürbis und Zimt

Herbstlicher Marmorkuchen mit Kürbis und Zimt | milchmädchen.

War das wirklich ich, die die Sache mit den Rührkuchen so weit von sich gewiesen hat? Ehrlich?

Nun… wie schnell sich die Dinge doch ändern. Die – ich zitiere – „durchweg alltagstaugliche Easy-peasy-Küche“ steht aktuell nämlich ganz hoch im Kurs. Auch, wenn ich mich immer noch gern in Experimenten versteige, auch, wenn nicht jede Banalität ihren Weg in diesen Blog findet – mein Kochen und Backen haben sich verändert.

„Schnell“ und „unkompliziert“ sind Attribute, die ich inzwischen sehr schätze – auch jenseits der Küche. Wobei man sie wohl noch um eine Eigenschaft ergänzen muss – das klitzekleine Wörtchen gut.

Schnell, unkompliziert und gut ist zum Glück aber faszinierend viel. Um beim Beispiel Kürbis zu bleiben: Darf ich an die hervorragende Hokkaidosuppe mit Dill erinnern, an das Kürbisgratin mit Mandelkruste?

In diese Riege gehört ab sofort auch dieser Marmorkuchen mir Kürbis und Zimt aus dem Rezeptefundus des Gourmethändlers Hagen Grote (herzlichen Dank an dieser Stelle für die Zusammenarbeit!): Der Kürbis sorgt für eine hervorragende und langanhaltende Saftigkeit, Zimt und Muskatnuss liefern fein-würzige Akzente. Sonntagskuchen, wie Sonntagskuchen muss.

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Spurensuche: Semi-Schwäbische Maultaschen mit Schmorzwiebeln

Schwäbische Maultaschen mit Schmorzwiebeln | milchmädchen.

Wir müssen dringend dahin zurück: Ins Niemandsland zwischen Bodensee und Stuttgart, wo die Felsen schroff über der Donau stehen, sich die Straßen durch Steintunnel schlängeln, die einem Jim Knopf sicher prima gefallen würden, und wo es die allerbesten Maultaschen gibt*, die Kerl und ich bis dato kosten durften..

Dummerweise habe ich – wieder – nicht nach dem Rezept gefragt. Sonst wüsste ich jetzt, ob wirklich Leber im Spiel war, oder ob der runde, tiefe Geschmack der Füllung andere Ursachen hatte.

Die Schwaben mögen mir diese meine Spurensuche verzeihen – geschmeckt haben diese Maultaschen nämlich auch mit grober Leberwurst statt Speck. Aber wir werden wohl wirklich noch einmal hinfahren müssen, um Details zu erfahren. Ein hartes Los. Ich berichte.

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Das süße Leben: Dulce-de-Leche-Chocolate-Chip-Cookies

Dulce-de-Leche-Chocolate-Chip-Cookies | milchmädchen.

Und irgendwann in diesem Sommer kam der Tag, an dem ich kapitulierte. Ein Tag, der mit Muffins von Mama begonnen hatte und an dem es Kekse und Cashews zum Mittagessen gab. Ein Tag, an dessen Vorabend ich mich, mitten in Hamburg, für das typisch nordische Traditionsgericht Kaiserschmarrn entschieden hatte, aus einem unerfindlichen Gelüst heraus. Ein Tag, der uns später an die Tür des Kerlschen Elternhauses führte – wo es ganz vorzüglich duftete. Nach frischem Hefeteig mit Pflaumen und Zuckerguss und Streuseln. Das war der Moment, in dem ich mir die weiße Fahne wünschte.

Dabei bin ich durchaus ’ne Süße – eine, die für ein gutes Stück Schokolade, für feinen Kuchen und Desserts vieles andere stehen lässt. Bloß: nicht immer. Ich bin nämlich auch eine von denen, deren Körper irgendwann sagt: es reicht. Das kann nach einem (!) Stück Schokolade passieren oder zwei Portionen Mousse. Der Punkt aber, an dem es erst wieder ein Käsebrot sein muss, eine Suppe, ein Salat, der kommt bestimmt. Nach Kaiserschmarrn und Muffins und Keksen war so einer.

Allerdings: um diese Kekse ging es dabei nicht. Diese weichen, feinen, karamelligen Kekse mit den herben Schokostücken, in denen man etwaige Dulce-de-Leche-Reste hervorragend versenken kann. Auch die kann ich nicht in Massen essen – aber Stück für Stück genießen. Kerl und Kerlefamilie übrigens auch.

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