Einfach machen – oder: Die besten Rezepte aus der Black Forest Lodge [Rezension]

Die besten Rezepte aus der Black Forest Lodge | milchmädchen.

Ein eigenes Kochbuch – der Traum vieler Foodblogger/innen. Manchen erfüllt er sich – manche nehmen ihn selbst in die Hand. So wie Sarah Braun – eine, die mit dem Anpacken Erfahrung hat…

Fast fünf Jahre ist es her, seit sie ihren Job in der Schweizer Finanzbranche Job sein ließ und gegen ein Haus im Schwarzwald tauschte. Ein Haus, das man zu dem Zeitpunkt durchaus „renovierungsbedürftig“ nennen konnte – an einem Ort, maximal entfernt von allem, was an nur „Stadt“ und „Stress“ erinnert. Und Sarah? Sarah krempelte die Ärmel hoch, lud Familie und Freunde ein und verwandelte das Ganze Raum für Raum in ein Gästehaus mit Charme.

Zwei Jahre und viele Gäste später ist ihre „Black Forest Lodge“ der Spot, den Google als erstes zeigt, wenn man auf „Igelsberg“ zoomt – woran zahllose positive Bewertungen auf Booking-Portalen ihren Anteil haben dürften. Die wiederum besonders eine Gastgeberin loben, der die Ideen nicht ausgehen: Laufseminare, kulinarische Themenabende, Fotokurse – Sarah tut alles, damit Besuchern die ganze Landschaft um sie her nicht zu viel wird. Und dann war da dieses eine Wochenende rund ums Self-Publishing…

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Sacher gibt’s, die gibt’s nicht.

Sachertorte | milchmädchen.

Richtig müsste es wohl heißen: „Torte nach Sacher Art“, denn dass das mit dem Originalrezept bei Sachers so eine – Verzeihung – Sache ist, ist hinlänglich bekannt. Trotzdem: Auch unter denen der „nach Sacher Art“ gibt es diese und jene. Im örtlichen Backwarenfachhandel beispielsweise zum Stückpreis von drei Euro – mit Biskuit, der Saftigkeit nur vom Hörensagen kennt und überdies eine Marillenfülle (er-)trägt, die sich die Aromatisierung durch billigen Alkohol gefallen lassen musste. Wien ist von hier aus halt weit.

Den Kerl – ein ausgemachter Freund von guten und gefüllten Schokoladenkuchen – schüttelte es und ich, die ich ihm noch einen Geburtstagskuchen schuldete – der arme Mann feiert schließlich inmitten höchster Adventsgebäckdosenfüllstände – versprach Abhilfe.

Praktischerweise hatte besagte Adventsbäckerei noch einen Rest Marillenmarmelade hinterlassen – und der Dezember den einen oder anderen Schokoladenweihnachtsmann. Das Rezept aus den Händen von Hans Peter Fink, seinerzeit Küchenchef im Hause Sacher (wir erinnern uns), war schnell auf die entsprechenden Mengen angepasst und auch, wenn sich das Ergebnis nicht buchstäblich sehen lassen kann, weil mir das mit der spiegelglatten Glasur nicht auf Anhieb gelingen wollte – der Geschmack spricht Bände: Biskuit luftig und saftig zugleich, Marillenfülle, die nach nichts als nach Marillen schmeckt, und ein nicht zu üppiger Guss. Es kann so einfach sein.

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Outtakes IV: Was es sonst so gab.

Lachsburger | milchmädchen.

Ziemlich genau mitten im vergangenen Jahr habe ich es schon einmal versucht: Einen Post zu schreiben mit Dingen, die wir kochten und aßen – die es aus x Gründen aber nicht zu einem eigenen Beitrag brachten. Vielleicht, weil essenzielle Angaben fehlten – zu variierten Zutaten oder Mengen etwa oder gar dem ganzen Ausgangsrezept (note to self: take notes to self!). Weil zwar Geschmack und Optik stimmen, aber das ominöse Etwas fehlt, das mich tippen wollen lässt. Weil ich manchmal vielleicht auch einfach zu faul war/bin – es gibt mitunter ein Leben jenseits des Netzes.

Bevor ich die Akte „Fotos Food 2019“ also schließe: Ein Blick zurück auf das, was es zu erinnern lohnt (und getrost vergessen gehört)…

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DIE Elise.

Fränkische Elisenlebkuchen | milchmädchen.

Derweil draußen der Föhn den Schnee von den Gipfeln weht (Plusgrade, zweistellige – im Dezember. Nein, das ist nicht normal.) und drinnen der allerletzte Teig vor sich hinzieht, erzähle ich die Geschichte von vor drei Wochen zu Ende: Die von den Lebkuchen und den Kollegen und dem Kerl.

Der hat mittlerweile für sein Büro gebacken und sich dabei besser angestellt als ich: Glatt-glänzende Kuvertüre auf wesentlich runderen Elisen, die ich auch aromatisch gelungener fand als meinen Versuch 1.

Ich buk parallel einen Schwung nach cucina e passione und händigte beide – schokolierte Elisen nach Rezept 1 und zuckerglasierte Elisen nach Rezept 2 – auch jenem meiner Kollegen aus, der die Sache mit seinem Mitbringsel aus Nürnberg überhaupt erst ins Rollen gebracht hatte. Er verkostete sie gemeinsam mit seiner Frau – und das Urteil war so eindeutig wie überall: Die ersten Elisen sind gut und besser als alles, was es üblicherweise zu kaufen gibt. Die zweiten allerdings – sensationell! Allein der Duft beim Öffnen der Dose! Und diese Saftigkeit und der noch elaboriertere Geschmack! Dass die Optik ausbaufähig ist: Who cares?

Also, Kinners: Noch ist Zeit. Wer an diesem Wochenende bäckt, genießt an den Feiertagen die herrlichsten Elisen. Just sayin‘.

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Auf der Suche nach dem echten Geschmack, oder: Elisenlebkuchen, take one.

Elisenlebkuchen | milchmädchen.

Ein Kollege brachte sie von einem Ausflug nach Nürnberg mit: Elisen aus dem Hause Düll. Ich, die ich Lebkuchen bis dato als uniform aromatisiertes Industrieprodukt kannte, war entzückt. So kann, so muss das also schmecken!

Meine sofortige Recherche ergab: nicht viel. Der Webauftritt besagter Bäckerei hält sich bedeckt, was Zutaten oder Mengenverhältnisse betrifft: Vom Ei nur das Eiweiß, und – zusätzlich zu den üblichen Verdächtigen Haselnüssen, Mandeln, Orangeat und Zitronat – auch Aprikosenkonfitüre und Marzipan. Dieses Kleingedruckte muss man allerdings finden – es versteckt sich im Webshop bei einzelnen Artikeln unter „Allergenen“. Und ausgerechnet da suchte ich nicht.

Andernfalls hätte ich es vermutlich gleich mit der Vorlage nach cucina e passione versucht – ohne die Walnüsse freilich, ohne den Rosmarin im Honig und vielleicht sogar ohne das Mehl, aber eben mit Marzipan und Konfitüre und Eiweiß. Vielleicht wären das die entscheidenden Faktoren gewesen – jenseits der gerösteten Nüsse, die das einzige Detail sind, das meine Geschmacksknopsen aus dem großen, originalen Aromen-Ganzen fischen konnten.

Aber wie gesagt: Dieses Wissen fehlte. Weshalb ich es für klug hielt, mich in Versuch 1 an eine eher schlichte Rezeptur zu halten – kein Marzipan, keine Konfitüre; nichts als das, was wirklich reinsoll: Nüsse, kandierte Zitrusfrüchte, Zucker, Eier, Gewürze. Vor einigen Jahren hatte ich eine Vorlage aus dem ZEIT Magazin gespeichert, die genau das verlangt.

Und das Ergebnis ist gar nicht mal schlecht: Zwar geriet mir die Masse eher weich, weshalb ich die Zahl der Eier im Rezept unten um eins reduziert habe, und optisch sind die Dinger far from perfect. Aber der Kerl, der bereits nennenswerte Mengen vertilgt verkostet hat, bittet trotzdem schon jetzt um die Abschrift, damit er diese Elisen zu seinem Geburtstag den Kollegen kredenzen kann (Sie sehen: Die Sache hat System).

Kriegt er natürlich. Und ihr auch. Ich suche derweil weiter nach dem einen, dem echten Geschmack…

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