Sechs Wochen ohne, aber mit: Körnerkastenbrot mit Schwarztee

Körnerkastenbrot mit Schwarztee | milchmädchen.

Sechs Wochen ohne. Eine Fastenzeit ohne Facebook, ohne Instagram und wenn ich richtig gut bin: auch ohne Pinterest. Es ist ein Versuch.**

Und: Ein Gedanke, der mich schon länger beschäftigt. Den ich vielleicht schon längst umgesetzt hätte, wenn… ja, wenn das Wenn nicht wäre. Wenn ich nicht auch beruflich auf diesen Kanälen unterwegs wäre, und da viel von dem profitierte, was ich privat mitbekomme – an neuen Tools, Dos, an Don’ts. Wenn sich mein Hirn nicht schon so sehr an die Dopamin-Kicks gewöhnt hätte, die jedes schöne neue Bild verspricht. Wenn… ja, wenn es die kleine Voyeuse in mir nicht halb so spannend fände, dem Leben fremder Leute zu folgen.

Aber. Da sind eben auch die, die dahinterstecken – Facebook voran. Da ist die Zeit, die draufgeht, die Konzentration. Da ist dieser enorme Unwillen darüber, wie wenig die Inszenierung online mit dem zu tun hat, was eigentlich ist – und wie austauschbar sie wirkt.

Ich bin gespannt, wie das wird – ohne. Was ich vermisse – ob ich was vermisse. Was dabei entsteht.

Dieses Brot ist auch eine Entwicklung: Fing damit an, dass ich keine Cranberries mehr hatte und auch keinen Roggenschrot. Stattdessen: Feigen und Sechskornflocken und eine Idee von Tee. Und so buk ich mich peu à peu von Kathis Kaffee-Cranberry-Brot nach Martin Johansson zu unserem aktuellen Lieblingskasten mit Feigen, Flocken und Ostfriesentee.

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Über die Anatomie gelungener Zimtschnecken im Allgemeinen und Sauerteig-Zimtschnecken mit Apfelfüllung im Besonderen

Sauerteig-Zimtschnecken mit Apfelfüllung | milchmädchen.

Als im Hamburger Speckgürtel Aufgewachsene habe ich recht präzise Vorstellungen von einem gelungenen Zimtgebäck. Die in meinen Augen besten Franzbrötchen bekam man schuljahrelang in einer kleinen, namenlosen Bäckerei unweit des Gymnasiums, das ich besuchte: Sehr groß, sehr buttrig, innen weich und geschmeidig waren die, am Boden ob des karamellisierten Zimtzuckers knusprig – ein so’n Teil und die nächste Vollmahlzeit war erledigt (und der Serotoninspiegel auf Sensationsniveau).

Diese Bäckerei ist inzwischen lange geschlossen und ich selbst bin – gute 700 Kilometer Luftlinie fern der Heimat – nicht mehr ganz firm, was aktuelle Highscores angeht. Man munkelt, dass das Zeug von „Zeit für Brot“ ziemlich bonfortionös sei, aber da fehlen mir leider Vergleiche.

Hier im Süden muss man ohnehin selbst zu Butter und Zucker greifen, was ich immer mal wieder tue – entweder, um „das Original“ zu verfertigen, wahlweise die schwedischen Verwandten. In Zukunft werden sie mit einer dritten Option konkurrieren – Sarah Owens‘ Sauerteigzimtschnecken mit Apfel. Das ist insofern beachtlich, als eigentlich weder Sauerteig noch Äpfel in Zimtschnecken etwas verloren haben (selbiges gilt im Übrigen für Marzipan, Rosinen, Pflaumen, Milchreis, et cetera pp.). Hier allerdings vertragen sich die drei so gut und geraten so saftig und zimtig und rund, dass ich sie als regelbestätigende Ausnahme unbedingt so stehen lassen will.

Wenn man Freitagabend mit den Vorbereitungen beginnt, kann man die Schnecken übrigens Sonntag ofenfrisch zum Frühstück essen. Nur so als Gedanke…

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Die Reste feiern wie sie fallen: Heimkehrer-Brötchen über Nacht

Heimkehrer-Brötchen über Nacht | milchmädchen.

Papas Saucen sind legendär: Ist da noch ein Glas mit Marmeladenschlieren, ein bisschen Wein, ein Resterl Fond? Fein, hinein! Der Mann hat die Gattung „Rumfort“ perfektioniert – was in Zeiten ausufernder Lebensmittelverschwendung freilich nicht hoch genug zu adeln ist. Was man aber auch immer wieder insofern bedauert, als die Geschmackserlebnisse kaum reproduzierbar sind.

Die zugrundeliegene Haltung – Lebensmittel sind zu kostbar, als dass man nicht jedes Fitzelchen nutzen sollte – hat er 1:1 an mich vererbt. Sodass auch ich immer wieder dastehe und mich fragen muss, was und wie viel ich wie zusammenwarf – weil das Ergebnis eigentlich doch ziemlich großartig war.

Beispiel: diese Brötchen. Die vom Roggensauer umerzogene Lievito Madre war vom Dreikönigskuchenversuch nach Zorra übrig geblieben und fristete seither ein ungefüttertes (Frevel, ich weiß.) Dasein im Kühlschrank. Björns Heimkehrer-Brot kreuzte pünktlich zum Wochenende meine Klickwege, und weil ich der Aktivität besagter Madre nicht so richtig traute, beschloss ich kurzerhand, ihr mit mehr Mehl und Wasser als üblich auf die Sprünge zu helfen. Die dazu nötigen Mittel zweigte ich aus dem Material für den Hauptteig ab, den ich obendrein halbierte und mit Trocken- statt Frischhefe zubereitete. Und um die Verwirrung perfekt zu machen buk ich Brötchen statt Brot.

Was soll ich sagen? Ich lerne: Häufiger Lievito-Madre-Reste produzieren. Häufiger freestylen. Weil: lohnt!

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Never change a winning team: Weltmeisterbrötchen über Nacht

Weltmeisterbrötchen über Nacht | milchmädchen

So sehr der Kerl und ich unsere Wochenendfrühstücke lieben – mit Brötchen, gutem Kaffee, wachsweichem Ei – so sehr mag sie offenbar die Welt: Unter den neun meistgeherzten Instagrambeiträgen des Jahres 2017 sind drei Brötchen- und zwei Bagelbilder.

Konzentrieren wir uns also auf diese Stärken und machen einfach weiter – mit kernigen und wunderbar aromatischen Frühstückszöpfen. Birgits Vorlage habe ich nur minimal angepasst und so inzwischen mehrfach serviert. Frohes Neues!

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