Über die Anatomie gelungener Zimtschnecken im Allgemeinen und Sauerteig-Zimtschnecken mit Apfelfüllung im Besonderen

Sauerteig-Zimtschnecken mit Apfelfüllung | milchmädchen.

Als im Hamburger Speckgürtel Aufgewachsene habe ich recht präzise Vorstellungen von einem gelungenen Zimtgebäck. Die in meinen Augen besten Franzbrötchen bekam man schuljahrelang in einer kleinen, namenlosen Bäckerei unweit des Gymnasiums, das ich besuchte: Sehr groß, sehr buttrig, innen weich und geschmeidig waren die, am Boden ob des karamellisierten Zimtzuckers knusprig – ein so’n Teil und die nächste Vollmahlzeit war erledigt (und der Serotoninspiegel auf Sensationsniveau).

Diese Bäckerei ist inzwischen lange geschlossen und ich selbst bin – gute 700 Kilometer Luftlinie fern der Heimat – nicht mehr ganz firm, was aktuelle Highscores angeht. Man munkelt, dass das Zeug von „Zeit für Brot“ ziemlich bonfortionös sei, aber da fehlen mir leider Vergleiche.

Hier im Süden muss man ohnehin selbst zu Butter und Zucker greifen, was ich immer mal wieder tue – entweder, um „das Original“ zu verfertigen, wahlweise die schwedischen Verwandten. In Zukunft werden sie mit einer dritten Option konkurrieren – Sarah Owens‘ Sauerteigzimtschnecken mit Apfel. Das ist insofern beachtlich, als eigentlich weder Sauerteig noch Äpfel in Zimtschnecken etwas verloren haben (selbiges gilt im Übrigen für Marzipan, Rosinen, Pflaumen, Milchreis, et cetera pp.). Hier allerdings vertragen sich die drei so gut und geraten so saftig und zimtig und rund, dass ich sie als regelbestätigende Ausnahme unbedingt so stehen lassen will.

Wenn man Freitagabend mit den Vorbereitungen beginnt, kann man die Schnecken übrigens Sonntag ofenfrisch zum Frühstück essen. Nur so als Gedanke…

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Die Reste feiern wie sie fallen: Heimkehrer-Brötchen über Nacht

Heimkehrer-Brötchen über Nacht | milchmädchen.

Papas Saucen sind legendär: Ist da noch ein Glas mit Marmeladenschlieren, ein bisschen Wein, ein Resterl Fond? Fein, hinein! Der Mann hat die Gattung „Rumfort“ perfektioniert – was in Zeiten ausufernder Lebensmittelverschwendung freilich nicht hoch genug zu adeln ist. Was man aber auch immer wieder insofern bedauert, als die Geschmackserlebnisse kaum reproduzierbar sind.

Die zugrundeliegene Haltung – Lebensmittel sind zu kostbar, als dass man nicht jedes Fitzelchen nutzen sollte – hat er 1:1 an mich vererbt. Sodass auch ich immer wieder dastehe und mich fragen muss, was und wie viel ich wie zusammenwarf – weil das Ergebnis eigentlich doch ziemlich großartig war.

Beispiel: diese Brötchen. Die vom Roggensauer umerzogene Lievito Madre war vom Dreikönigskuchenversuch nach Zorra übrig geblieben und fristete seither ein ungefüttertes (Frevel, ich weiß.) Dasein im Kühlschrank. Björns Heimkehrer-Brot kreuzte pünktlich zum Wochenende meine Klickwege, und weil ich der Aktivität besagter Madre nicht so richtig traute, beschloss ich kurzerhand, ihr mit mehr Mehl und Wasser als üblich auf die Sprünge zu helfen. Die dazu nötigen Mittel zweigte ich aus dem Material für den Hauptteig ab, den ich obendrein halbierte und mit Trocken- statt Frischhefe zubereitete. Und um die Verwirrung perfekt zu machen buk ich Brötchen statt Brot.

Was soll ich sagen? Ich lerne: Häufiger Lievito-Madre-Reste produzieren. Häufiger freestylen. Weil: lohnt!

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Never change a winning team: Weltmeisterbrötchen über Nacht

Weltmeisterbrötchen über Nacht | milchmädchen

So sehr der Kerl und ich unsere Wochenendfrühstücke lieben – mit Brötchen, gutem Kaffee, wachsweichem Ei – so sehr mag sie offenbar die Welt: Unter den neun meistgeherzten Instagrambeiträgen des Jahres 2017 sind drei Brötchen- und zwei Bagelbilder.

Konzentrieren wir uns also auf diese Stärken und machen einfach weiter – mit kernigen und wunderbar aromatischen Frühstückszöpfen. Birgits Vorlage habe ich nur minimal angepasst und so inzwischen mehrfach serviert. Frohes Neues!

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Advent, Advent: Schokoladenmacarons mit Vanillebuttercreme

Schokoladenmacarons mit Vanillebuttercreme | milchmädchen.

Anfängerglück? Vielleicht. Trotzdem bin ich mit diesen meinen allerersten Macarons sehr zufrieden: Außen knusprig, innen zart, mit einer feinen Vanillebuttercreme als Verbindung (von der man sicher auch mehr verwenden kann/sollte, als ich es tat). Auf dem Adventsteller machten sie sich hervorragend.

Der besteht übrigens bis dato aus Petras vielfach gelobtem Alpenbrot und Stefanies Zitrusschnitten. Bei beiden würde ich beim nächsten Mal auf den Zuckerguss verzichten – drumherum auf nichts.

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Pizza bolognese

Pizza bolognese | milchmädchen.

So selten es bei uns „normale“ Brötchen gibt, so selten gibt es normale Pizza: Carbonara, Frühlingszwiebelcreme, Bacon Jam, Zitrone – alles lieber als Sauce, Salami und Paprika.
Was auch daran liegen mag, dass unser norddeutscher Lieblingsitaliener ein ähnliches Faible hat für schräge Beläge, von denen ich mich leider nur noch an Quark und Ei erinnern kann (note to self: HIN DA, asap!).
Bis dato unerreicht ist auch seine grandiose Teigunterlage – wobei Lutzens Version „di grano duro“ unter den suboptimalen Voraussetzungen einer Einbauküche einen sehr annehmbaren Ersatz abgibt. Mit der Bolo nach Anna Maria di Monari vertrug er sich jedenfalls hervorragend – Keeper, olle miteinond! Und dank an Petra für die Inspiration!

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