Des vom Kerl und mir favorisierte Studentenfutter enthält – neben gerösteten Mandeln, Erdnüssen und Cashews – auch Rosinen. In Mengen allerdings, die ich mitunter als unangemessen empfinde im Verhältnis zum Nussanteil, weshalb ich dazu übergegangen bin, überzählige herauszupicken und archivieren.
Ich gedachte, sie in Stollen zu werfen, zu dem ich mich heuer aber aus diversen Gründen nicht aufraffen konnte. Zumal da auch noch diese Flasche Whisky war, deren Inhalt sich zwar ohne größere Schmerzen trinken ließ, jedoch nicht mit jeder Leidenschaft, die nötig wäre, um den Flaschenboden vor nennenswerten Aromaeinbußen zu erreichen.
Kentucky Bourbon Cake braucht beides – Rosinen sowie soliden Bourbon in erklecklichem Maß. Ich buk gleich die doppelte der unten angegebenen Menge, wurde der Vorräte gut Herr(in) und machte im Advent Menschen im Freundes- und Verwandtenkreis so froh, dass ich mehrfach nach dem Rezept gefragt worden bin.
Aber bitte sehr gern:
![]() Kentucky Mocha Bourbon CakeDieser intensive Kuchen braucht – neben vielen Rosinen, viel Bourbon/Whisky – auch viel Zeit, um zur aromatischen Ausgewogenheit zu ziehen. Plant vor der Verzehr mindestens zwei Wochen ein – sowie ein- bis zwei Extra-Tage, um die Rosinen vorweg in Bourbon/Whisky zu tränken.
Vorbereitungszeit 30 Minuten
Zubereitungszeit 2 Stunden
Ziehzeit (vor und nach dem Backen) 16 Tage
Portionen 16 Stücke
ZUTATENFRÜCHTE & NÜSSE
TEIG
GLASUR
SO GEHT’S
NOTIZENnach Tori Avey |


Und während ihr sitzt und esst, leite ich über zu einer kleinen Premiere. Denn obwohl es diesen Blog seit zehn Jahren gibt, habe ich noch nie die jährliche Foodblogbilanz gezogen, die bei vielen Kolleg*innen Tradition hat. Mit gerade 16 Beiträgen war 2022 eher mager – aus bekannten, nach wie vor innig geliebten Gründen. Aber vielleicht lohnt die ja Rückschau gerade darum?
1. Was war 2022 dein erfolgreichster Blogartikel?
Die knusprigen Sauerteigbrötchen über Nacht – alle Jahre wieder. So vorbei scheint der Sauerteig-Hype also noch nicht zu sein.
2. Welche drei deiner eigenen Blogartikel aus diesem Jahr haben dir persönlich am meisten bedeutet?
- Der Quilt, auch, wenn das nichts zu essen ist: Ich bin einigermaßen stolz, dieses Großprojekt tatsächlich durchgezogen und zu einem so manierlichen Ergebnis gebracht zu haben 💪.
- Antoniewicz‘ Melonen-Feta-Salat mit Lavendel: Er ist zwar eigentlich eine Entdeckung des Jahres 2021, hat aber auch heuer sehr gefallen.
- Die Freestyle-Rhabarber-Tarte mit Blätterteig und Kardamom-Sauerrahm-Guss: Weil ich selten Rezepte „entwickele“, aber hier durch die freihändige Kombination von bewährten Komponenten etwas wirklich Feines schaffen konnte.
3. Und welche drei aus anderen Blogs haben dich am meisten inspiriert?
Puh, keine Ahnung, leider 🙈. Ich scrolle zwar nach wie vor sehr regelmäßig durch die Schöpfungen anderer, kann mich aber an nichts Dezidiertes erinnern. Blogs, die mich generell inspirieren, findet ihr in meiner Blogroll.
4. Welches der Rezepte, die du 2022 veröffentlicht hast, hast du selbst am häufigsten gekocht – und warum?
Definitiv die Bagels mit Kochstück aus Altem Anstellgut. Warum? Siehe Punkt 5: Mängelverwaltung. Häufig gab es aber auch Ella Mills‘ Satay Sweet Potato Curry, weil es in zeitarmen Alltagen verlässlich für wohschmeckende Ergebnisse sorgt (z. B. auch mit Karotten, Kürbis oder Blumenkohl statt Süßkartoffeln).
5. Welches Koch- oder Blog-Problem hat dich 2022 beschäftigt? Und hast du es gelöst?
Meinem Sauerteig trotz strafferem Day-to-day-schedule gerecht zu werden. Diese Bagels eignen sich dafür wie gesagt sehr gut, denn sie nehmen am Ende der Woche nicht mehr ganz so aktives ASG im Kochstück auf, sodass ich es für die Sonntagsbrötchen auffrischen kann (und dann wieder eine Woche vergessen).
6. Was war deine größte kulinarische Neuentdeckung dieses Jahres – welches Lebensmittel, welches Rezept, welche Küchentechnik, welcher Geschmack hat dir eine völlig neue Welt eröffnet?
Begeistert hat mich tatsächlich das Kochbuch „Good lime“ von Beni Tonka, weil es mir eine Idee der Küche von Trinidad/Tobago vermittelt hat, wo das feine bisschen anders gekocht, gewürzt und gegessen wird. Die Besprechung gibt‘s beizeiten drüben bei Valentinas #cliffhanger.
7. Was war der beste (oder lustigste) Suchbegriff, über den Besucher auf deinen Blog gekommen sind?
Leider keine Ahnung – das wirft meine datenschutzkonforme Analyse nicht aus 🤷♀️.
8. Was wünschst du dir und deinem Blog für 2023?
Mehr Kontinuität – definitiv! Tolle Essen, die mich bloggen lassen wollen, gutes Licht, das für schnelle, passende Fotos sorgt und Zeit, beides am Rechner zu kombinieren. Kommt gut rüber – wir sehen uns 👋!
Liebe Charlotte,
uns eint vieles – unter anderem dein Punkt 8 – deine Wünsche für deinen Blog für 2023. Das könnte 1 zu 1 von mir geschrieben sein.
Definitiv geschafft habe ich es hingegen nicht, eine Foodblogbilanz zu schreiben…. Hab ich halt mit Vergnügen die deine gelesen.
Alles Liebe und Gute wünsche ich dir für dein neues Jahr 2023. Rutsch gut rüber!
Maria
Ach Maria, und genau das ist so schön! Dein Blog zählt für mich zu den inspirierensten in meiner Blogroll. Du hast auch heuer wieder ein solches Ideenfeuerwerk rausgehauen… dass da eine Bilanz hintenüberfällt, ist mehr als in Ordnung! Also: Komm gut rüber ins neue Jahr – wir sehen uns!
Herzlich: Charlotte
Alles für Gute für 2023, rutsch gut rein
Danke Dir – ich hoffe, Du bist auch gut reingekommen, liebe Ulrike!
Herzlich: Charlotte
Schön, dass du diesmal dabei bist! Ein kompakter, aber sehr schöner Rückblick. Auf die Sauerteigrezepte blicken wir etwas neidisch – Sauerteig und wir sind auch im letzten Jahr nicht die besten Freunde geworden.
Alles Gute für das neue Jahr,
Sabrina und Steffen
Liebe Sabrina, danke Dir! Zum Sauerteig: Habt ihr eine Idee, woran es liegt? Eine halbwegs stabile Kultur steckt eigentlich einiges weg…
Herzlich: Charlotte
Perfekt – dann weiß ich jetzt was mein Kerl in 3 Wochen für einen Geburtstagskuchen bekommt (und endlich ist dann die Flasche Jack Daniels weg).
Frohes Neues Jahr und viel Spaß bei allen Abenteuern!
Und mehr Leben, weniger Blog ist doch eigentlich schön 😉
Die Namensvetterin 🙂
Wahre Worte 🙂! Ich bin sehr gespannt, was ihr sagt! Der Mann war kein großer Fan dieses Gebäcks („zu viel Whiskyaroma“), sein Bruder, meine Schwester und andere Verwandte dafür umso mehr 🤷♀️.
Alles Liebe, die andere Lotte
Für sehr gut befunden, ob ich es allerdings über mich bringe besseres als eine Flasche Jack Daniels in dieser Menge zu verarbeiten… Und beim Walnüsseknacken hat der Kerl durchaus geflucht 😉
Grüße 🙂
Wohl wahr: Die Mengen (und Summen) mit denen man da hantiert, können einen ein wenig schwindelig machen. Aber wenn es der Sache dient… Freut mich jedenfalls sehr, dass es Euch geschmeckt hat!
Herzlich: Lotte II
Satanarchäolügenialkohöllisch verführerisch! Ich bin begeistert! Und freu mich, die Seite hier entdeckt zu haben. Frohes, gesundes, glückliches neues Jahr! 🙂
Ole – cool! Ich dachte, ich sei der einzige Mensch, der ebendiesen satanarchäolügengenialkohöllischen Wunschpunsch noch im Schlaf herbeten kann, denn mein Umfeld war darüber neulich hochgradig irritiert. Umso schöner, dass Dich Dein Klickweg hierher geführt hat. Ich lese drüben bei Dir schon länger still mit und bin immer wieder sehr ehrfürchtig vor Deinen kulinarischen, literarischen und fotografischen Meisterleistungen! Also: Gutes Neues auch Dir!
Herzlich: Charlotte