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Aller guten Dinge: Betty von Fibre Mood, eine stark variierte Burda & Teru Sweater

Betty / Fibre Mood & Teru | milchmädchen.

Fast sieht man’s nicht. Weder den Unterschied zwischen Hose 1 und 2, noch deren jeweilige Finessen. Aber was will man tun, wenn Marineblau die eine Farbe ist im Leben – und sie auf Fotos zu einem großen, dunklen Fleck verläuft? Was ihr mir also glauben müsst: Beide Hosen – eine Cord-Betty nach Fibre Mood und die dritte, stark variierte Ausgabe dieser Burda-Hose – sind großartig geworden! So coole Schnitte! Und dermaßen bequem! Und dass sie beide obendrein zum just fertig gewordenen Teru passen, der sehr langsam aus Resten dieses und dieses Projektes entstand: Jackpot!

Zu Betty hat mich Sarah inspiriert. Selten ist so wenig Zeit zwischen Idee und Umsetzung vergangen wie hier! Am längsten hat es gedauert, Cord mit den gewünschten 100 Prozent Baumwolle in der richtigen Menge aufzutreiben, weil im lokalen Einzelhandel vor allem Cord-Stretch zu haben war und/oder merkwürdige Farben.

Ich habe die Beine ad hoc um 10 Zentimeter verlängert, was, würde ich sagen, die richtige Entscheidung war. Außerdem habe ich die Nahtzugaben auf 1,5 Zentimeter erweitert, weil ich plante, „echte“ Kappnähte zu nähen. Das habe ich mir ob der Dicke des Stoffs dann doch geschenkt. Mehr Anpassungen waren nicht nötig: Das Ding sitzt wie angegossen und schreit laut nach Wiederholung.

Die einzige Merkwürdigkeit ergab sich bei beiden Hosen am Bund: Als ich das Schnittteil ansteckte, musste ich feststellen, dass jeweils einiges an Länge fehlte. Ich vermute, es liegt an meiner Art, den Reißverschluss einzusetzen, was ich stets nach dieser Anleitung zu tun pflege. Und was bei diesem und diesem Exemplar auch astrein funktioniert hat. Hier nicht. Als ich die Bundteile aber entsprechend erweitert hatte, musste ich später den Knopf arg weit innen annähen, damit nichts klafft. Sprich: Mit der Bundweite im geknöpften Zustand lande ich am Ende doch wieder bei den Ausgangsmaßen. Höchst mysteriös!

Bei der Burda habe ich mich dieses Mal noch weiter vom Original entfernt, indem ich die hinteren Taschen durch Paspeltaschen ersetzte, deren Vorlage ich einer Ottobre-Herrenhose entnahm. Hat mich anderthalb Stunden gekostet und ist trotzdem nicht „perfekt“, weil man bei gewissen Bewegungen etwas vom hellen Taschenstoff sieht – aber was soll’s; ich mag’s!

Für den Teru habe ich aus unerfindlichen Gründen ewig gebraucht – gut zehn Monate! Weil das helle Garn auf eine Kone gespult war/ist und ich keine Lust hatte, Knäule abzuwickeln, um mit doppeltem Faden stricken zu können, ist das Ganze eher leicht und luftig (sprich: durchsichtig) und man muss definitiv was drunter tragen. Aber weil mir „echte“ Wollpullis ohnehin oft zu warm sind, passt das hoffentlich so. Außerdem gab’s auch hier eine kleine Verlängerung – und, wenn ich mich richtig erinnere, Verschmälerung –, bevor ich zum Bündchen angesetzt habe. Ebenfalls: Gute Idee!

Schnitt: Betty nach Fibre Mood, Gr. 38.
Anpassungen: Beine um 10 cm verlängert.
Stoff: Marineblauer Cord via Lieblingsstücke, Stoffreste für Taschen.

Schnitt: Denim-Hose 03/2020 # 119, Gr. 40 nach Burda, vgl. hier.
Anpassungen: Keine Klappen, kein Verschlussriegel, Ziernähte ohne Kontrastgarn. Dafür Gürtelschlaufen, Kappnähte an der Sattelnaht, an der Gesäßnaht und an den inneren Beinnähten, Paspel- statt aufgesetzten Gesäßtaschen nach Vorlage von Ottobre, 5 cm Weite an der hinteren Mitte und je 0,5 cm an den Hüften herausgenommen.
Stoff: Marineblauer Canvas aus dem örtlichen Stoffhandel, Stoffreste für Taschen.

Pulli: Teru / Junko Okamoto, onesize.
Garn: Holst Garn Coast Uld Bomuld, Nadelstärke 3,5 mm.

Hallo, Me Made Mittwoch!

Ach ja, und wie immer gilt: Alle Links und Hinweise sind selbstgewählt und selbstbezahlt und damit nach meinem Verständnis keine Werbung.

CategoriesAllgemein
  1. Susanne says:

    Immer schön, wenn das Ergebnis so wird, wie man es sich gewünscht hat und Kleidung entsteht, die man gerne trägt.
    Toll, deine Hosen und das Design deines Strickpullovers finde ich ganz entzückend.
    LG von Susanne

  2. Sarah says:

    Ach wie schön! Dass ich dich inspiriert hab… 🙂 Beide Hosenschnitte finde ich richtig toll und nähe sie sicher auch noch öfters! (Ich halte auch schon wieder nach geeignetem Stoff ausschau…) Vielleicht muss ich mir ja auch noch einen Teru stricken… 😉 LG Sarah

    1. Liebe Sarah, wenn der MMM für etwas gut ist, dann doch dafür 😄! Und ich fänd’s megawitzig, wenn dann auch Du einen Teru hättest… vielleicht auch etwas schneller als ich. Das war eine echt selten träge Sache bei mir 🤷‍♀️.
      Herzlich: Charlotte

  3. Ina says:

    Könnte ich stricken, würde ich auch einen Teru nehmen, das Muster ist toll! Der hängt so lässig auf den Schultern und passt perfekt zu der Betty! LG Ina

  4. Was für eine tolle Hose! Der Tascheninnenstoff erinnert mich ganz stark an eine Ikea-Wachstuchvariante, die hier seit Jahren unter den Weihnachtsbaum kommt, aber wahrscheinlich hast du dann doch die unbeschichtete Baumwollvariante genommen, oder?

    1. Danke Dir! Jep, das ist ein alter Rest Bio-Doubleface dieser Bluse. Ich mag bunte Punkte supergern und war sehr happy, dass es für alle Taschen dieser Hose gereicht hat. Noch älter ist übrigens der Taschenstoff der Cordhose (ein Stück sieht man hinter dem Label): Der Rest stammt von meinem allerersten Nähwerk ever 😆.

  5. Zwei schöne Hosen, die Du sicherlich viel tragen wirst. Ich kann Deine Liebe zu Marineblau verstehen, geht fast immer und zu fast allem. Da kann man, finde ich, das mit dem schwer Fotografieren auch verschmerzen. Liebe Grüße Manuela

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