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Flickwerk: Sweatjacke aus dem, was noch so da war

Workout-Sweatjacke nach Ottobre 2018/7, Gr. 38 | milchmädchen.
Workout-Sweatjacke nach Ottobre 2018/7, Gr. 38 | milchmädchen.
Workout-Sweatjacke nach Ottobre 2018/7, Gr. 38 | milchmädchen.

Auch, wenn sie oft wirklich wesentlich besser und länger hält als Stangenware: Vor Verschleiß gefeit ist auch DIY-Klamotte nicht. Meine innig geliebte (und entsprechend gern getragene) Sweatjacke beispielsweise hat inzwischen wesentlich schmalere Bündchen (die sind so krass eingelaufen ?!), wasch-graue Paspeln, ausgerissene Ösen und den einen oder anderen Gekommen-um-zu-bleiben-Fleck. Sparkt, alles in allem, nur noch so mittelviel Joy.

Es braucht also Ersatz. Was es dafür aber bitte nicht so dringend braucht, sind weitere Reste. Nach mittlerweile vier Jahren Näherei füllen Stoffabschnitte aller Farben, Größen und Qualitäten anderthalb Bettschubladen und lassen sich da partout nicht vernünftig organisieren. Macht mich wahnsinnig!

Workout-Sweatjacke nach Ottobre 2018/7, Gr. 38 | milchmädchen.
Workout-Sweatjacke nach Ottobre 2018/7, Gr. 38 | milchmädchen.

In diesem Chaos fand sich allerdings ein Stück petrolgrüner Sweat sowie diverse kleiner Fetzen in Shades of Marine. Mit ein bisschen gutem Willen und Mut zur Improvisation ließe sich daraus tatsächlich ein Jäckchen nähen. Bis auf wenige Stellen hat das auch erstaunlich gut funktioniert. Vorn fehlte unten ein Streifen von vielleicht anderthalb Zentimetern, den ich auffüllen musste (s. Bild 2). Für die Taschen wäre es optisch klüger gewesen, die uni-marine-farbenen Teile am uni-marine-farbenen Übergang anzubringen und nicht umgekehrt. Und den eigentlich für eine Kapuze gedachten Halsausschnitt hätte ich für den aus zwei Teilen zusammengefrickelten Stehkragen getrost verkleinern können. Aber irgendwas ist ja immer.

Und obwohl ich glaubte, kein Petrol-Typ zu sein (keine Ahnung, was mich damals beim Stoffkauf geritten hat!) und zwischendurch alles andere als sicher war, ob ich am Ende nicht doch mit einem Aber-wirklich-nur-fürs-Haus-Teil dastehen würde, bin ich echt zufrieden! Das Ding ist saubequem, definitiv tragbar und auf sehr okaye Weise „anders“.

Workout-Sweatjacke nach Ottobre 2018/7, Gr. 38 | milchmädchen.
Workout-Sweatjacke nach Ottobre 2018/7, Gr. 38 | milchmädchen.

Schnitt: Workout-Sweatjacke nach Ottobre 2018/7, Gr. 38
Anpassungen: Paspeln ergänzt, diveres Color-Block ergänzt, minimale Verlängerung durch Festbreite der Bündchen, Verblendung der Reißverschlusskanten mit weißem Webband.
Stoff: Reste von No-Name-Sweat, tlw. Bio-Qualität, Bündchen „Poppy“ & Webband „Chevron“ via Lieblingsstücke

Hallo, Me-Made-Mittwoch 2021!

PS: Und – comme toujours – muss ich wohl erwähnen, dass alles selbstgekauft, selbstgewählt und selbstgemacht ist, also nach meinem Verständnis alles andere als „Werbung“. Aber bitte.

CategoriesAllgemein
  1. Tolle Jacke! Die sieht aus, als wäre alles von Anfang an so geplant gewesen. Meine Reste muss ich auch mal durchsehen, seufz. Ich hebe alles auf, wo noch ein Schnittteil draufpasst, aber komme dann viel zu selten auf die Idee, diese Reste entsprechend einzusetzen. Ich muss mir deine schöne Jacke echt als Vorbild nehmen.
    Liebe Grüße Christiane

    1. Danke, Christiane! Ich hebe sogar noch mehr auf – nämlich alles, was man entweder zum Improv-Quilten oder als Stopfmaterial für Amigurumis o. Ä. verwenden kann ?. Und das läppert sich…
      Herzlich: Charlotte

  2. Ina says:

    Ich mag die Jacke total, sie ist definitiv kein Nur-Zuhause-Stück, sie muss raus! Sie sieht aus wie aus einem Sportladen, das macht vermutlich die Paspel! Wie hat du die eingenäht? Mit der Overlock? Da traue ich mich nicht dran, weil das doch unter dem Fuß sicher alles verrutscht, oder? LG, Ina

    1. Danke, Ina! Paspeln hefte ich ich immer händisch vor, steppe sie dann mit dem RV-Fuß fest und overlocke erst dann. Das ist zwar mehr Arbeit, aber definitiv nervenschonend… ?
      Herzlich: Charlotte

        1. In dem Fall waren es fertige aus dem örtlichen Stoffhandel, witzigerweise mit einem leicht reflektierenden Effekt; sehr neckisch ?. Die sind auch miiiinimal elastisch. Ich habe aber auch schon selbstgemachte aus Baumwollschrägband erfolgreich vernäht.

  3. Sarah says:

    Ach ist es nicht unglaublich befriedigend Reste so erfolgreich zu verwerten? Ich bin richtig glücklich allein vom lesen deines Beitrags! Schau doch mal, was sich in den 1,5 Bettschubladen noch so findet, bitte…! 😉 LG Sarah (Die Jacke ist richtig toll geworden!)

    1. Sarah – und WIE ?! Ich habe gerade koreanisches Pojagi bzw. eine moderne Fassung davon entdeckt und frickele seither aus besagten Boxen unentwegt neue Stoffstücke zusammen… also: da kommt noch was (irgendwann) ?!
      Herzlich: Charlotte

  4. Stefanie says:

    Die Jacke hast Du echt genial hinbekommen. Sweat-Jacken, die man bis zum Fetzen herunterträgt, kenne ich, davon habe ich auch ein paar. Dein Colorblocking sieht auf keinen Fall nach „Not am Stoff“ aus, und die Paspeln geben allem ein sehr professionelles Finish.
    LG, Stefanie

    1. Danke, Stefanie ?! Der Monk in mir hätte sich gefreut, hätten z. B. die Blautöne von Stoff und Bündchen besser zueinander gepasst, aber dafür, dass alles sonst ungenutzer „Müll“ war, ist’s doch ganz manierlich geworden. Herzlich: Charlotte

  5. Hast Du großartig improvisiert! Deine Jacke sieht alles andere als Resteverwertung aus.
    Sicherlich, auch die DIY-Klamotte verschleißt. Aber das Schöne daran ist, finde ich, dass man sich eine neue machen kann.
    Liebe Grüße Manuela

    1. Danke, Manuela! Ich habe gerade noch ein Exemplar für den Herrn in der Mache, das wesentlich wilder ist. Mal schauen, ob da hinter noch ein, zwei Pakete Simplicol drüber müssen, bevor er’s als tragbar akzeptiert… ?
      Herzlich: Charlotte

  6. fetzich says:

    Eine sehr gelungene Resteverwertung, kann sich sehen lassen und definitiv nicht nur zu Hause getragen werden 🙂 Ist doch schön, wenn man aus den Stücken noch etwas machen kann.
    Viele Grüße
    Jenny

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