Linsen lieben lernen: Der Klassiker mit Spätzle und Wienerle

Linsen mit Spätzle und Wienerle | milchmädchen.

Es dürfte hier bisher nicht aufgefallen sein, aber: Die Linsen und ich – wir waren nicht immer so dicke. Mit den mächtigen braunen oder befremdlich roten Eintöpfen, die Vaddern oder Muddern daraus kochten, wollten meine jungen Geschmacksnerven partout nicht warm werden – und als ich endlich meine eigene Küchenchefin war, flogen alle – rote und grüne und braune – ersatzlos aus dem Schrank.

Es musste erst Jahre später dieser Kerl kommen mit seiner – ich wage diese kühne und politisch absolut unkorrekte Pauschalisierung – geschlechtstypischen Neigung zu deftiger Hausmannskost, um mich sehr langsam und ganz vorsichtig davon zu überzeugen, dass Linsen zu den grandiosesten Zutaten gehören, wo gibt (das Blogarchiv spricht Bände, siehe unten).

Und dann gab es da ja noch meine Stippvisite im Kurpfälzischen, wo ich – die Schwaben halten sich bitte die Augen zu – lernte, wie gut Linsen und Spätzle zueinander passen. Auch, wenn meine absoluten Lieblingsspätzle aus – AUGEN ZU! – Hannover kommen, wo sie die Hochschulmensa (sic!) dereinst in allererster Güte servierte. Der Clou? Kurkuma. Und welcher Schwabe immer noch mitliest, ist selber schuld…

Linsen mit Spätzle und Wienerle

Gericht Hauptgericht, Suppen & Eintöpfe
Vorbereitungszeit 30 Minuten
Zubereitungszeit 1 Stunde
Arbeitszeit 1 Stunde 30 Minuten
Portionen 4 Portionen

ZUTATEN

LINSEN

  • 2 Zwiebeln
  • 3 Möhren mittel bis groß
  • 175 – 200 g Speck durchwachsen
  • 3 EL Tomatenmark
  • 400 g braune Linsen hier: grüne
  • 1,3 – 1,5 l Brühe hier: Gemüse-
  • 4 Lorbeerblätter
  • 2 Wacholderbeeren getrocknet
  • 20 g Butter
  • 2 EL Mehl
  • 2 EL Balsamicoessig
  • Salz
  • schwarzer Pfeffer frisch gemahlen

SPÄTZLE

  • 320 g Weizenmehl T 550
  • ½ TL Salz
  • ¼ TL Kurkuma
  • 3 Eier Gr. M – L
  • 100 – 150 ml Wasser

DAZU

  • 4 Wiener Würstchen
  • Petersilie frisch, gehackt

SO GEHT'S

  1. Zwiebeln und Möhren schälen und fein würfeln. Speck ebenfalls fein würfeln. Speck in einem großen Topf erhitzen und dabei langsam auslassen. Zwiebel- und Möhrenwürfel zugeben und einige Minuten mitdünsten. Tomatenmark unterrühren und kurz mitschwitzen. Linsen zugeben und mit Brühe ablöschen. Lorbeerblätter und Wacholderbeeren zugeben und zugedeckt 40 Minuten auf niedriger Flamme köcheln lassen, bis die Linsen weich sind (ggf. zwischendurch Flüssigkeit nachgießen).
  2. Währenddessen für die Spätzle alle trocknen Zutaten in einer Schüssel mischen. Eier zugeben und so viel Wasser unterschlagen, bis eine zähe, jedoch nicht zu feste Konsistenz entsteht und der Teig beim Schlagen Blasen wirft. Gesalzenes Wasser in einem ausreichend großen Topf zum Kochen bringen und Spätzle hineinpressen, -schaben oder -hobeln. Spätzle, die oben schwimmen, mit einer Lochkelle abschöpfen, abtropfen lassen und warm stellen. Spätzlekochwasser auffangen.

  3. Für die Mehlschwitze Butter in einem kleinen Topf zerlassen, mit Mehl bestäuben und mit einem Schneebesen verrühren. Mit Essig und 100 – 200 ml Spätzlekochwasser ablöschen und glattrühren. Mehlschwitze unter den Linseneintopf rühren. Mit Essig, Pfeffer und Salz abschmecken.
  4. Würstchen im übrigen Spätzlekochwasser erwärmen. Linsen, Spätzle und Wienerle mit Petersilie bestreut servieren.

NOTIZEN

Mengen frei nach diversen Quellen, u. a. recipes and more, Spätzle nach Studentenwerk Hannover

 

PS: Auf Wienerle mussten wir wegen des wöchentlichen Ruhetags unserer Vertrauensmetzgerei verzichten – ihr hoffentlich nicht!

Linsenliebe

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6 Kommentare

  1. Hallo Charlotte,
    bei mir ist es ähnlich, ich war auch nie ein großer Linsenfan. Und Schuld daran sind sogar diese Linsen uns Spätzle… das hat mich bisher nie gereizt, die selbst zu kochen. Lieber mache ich ein indisches Dal mit Linsen, ein Chili oder werfe sie in den Salat. Auf diesem Wege habe ich sie mittlerweile lieben gelernt. Interessant, dass bei dir der Weg über die Hausmannskost und den Klassiker führte!
    Gruss,
    Sarah

    1. Liebe Sarah,
      oh, das ist ein Missverständnis: Es waren – siehe Blogarchiv – hier auch vor allem all die Curries und Dals, die mir gezeigt haben, wie grandios Linsen schmecken können. Dass ich „nebenbei“ auch die Klassiker wieder mag, habe ich allein ihnen zu verdanken…
      Herzlich: Charlotte

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