Eulen nach Athen, oder: Vegetarische Maultaschen mit Schmorzwiebeln und zitronigem Salat

Vegetarische Maultaschen | milchmädchen.

Wenn eine Freundin aus Schwaben zu anreist, kann man schon mal auf die Wahnsinnsidee kommen, Maultaschen zu machen – zum allerersten Mal. Weil die Freundin zum Glück eigentlich gar nicht aus Schwaben kommt (Maultaschen aber trotzdem mag) und so eine Maultasche dank Michas unverwüstlicher Anleitung auch gar keine große Sache ist, waren wir hinterher immer noch Freundinnen.

Ach ja: Zwei Tage später machte ich die Maultaschen nochmal (ihr wisst, was das heißt) – nur für den Kerl und mich. Und entdeckte, wie gut sie – gebraten und bedeckt mit Schmorzwiebeln – zu Salat mit Zitronendressing passen. Aber, pssst: Kein Wort zu den Schwaben!

Vegetarische Maultaschen | milchmädchen.
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Vegetarische Maultaschen mit Schmorzwiebeln

Gericht Hauptgericht, Pasta
Vorbereitungszeit 1 Stunde
Zubereitungszeit 15 Minuten
Arbeitszeit 1 Stunde 15 Minuten
Portionen 3 Portionen

ZUTATEN

TEIG

  • 190 g Weizenmehl T 550
  • 1 Ei
  • 2 Eigelb
  • 1 EL Pflanzenöl
  • Salz
  • Wasser nach Bedarf
  • 1 Eiweiß zum Bestreichen

FÜLLUNG

  • 100 g TK-Spinat
  • 75 g rote Linsen
  • 1 Brötchen altbacken
  • 1 kl. Zwiebel
  • 100 g Räuchertofu
  • 4 EL Petersilie gehackt
  • 1 Stich Butter
  • Salz
  • schwarzer Pfeffer
  • Paprikapulver original: Pimentón de la Vera

SCHMORZWIEBELN

  • 1 gr. Zwiebel
  • Butter zum Schmoren
  • Pflanzenöl zum Schmoren

SO GEHT'S

  1. Alle Zutaten für den Teig in die Schüssel des Kneters geben und – unter Wasserzugabe nach Bedarf – zehn Minuten auf Stufe 1 zu einem glatten Teig verkneten. In Klarsichtfolie gewickelt eine Stunde kühlstellen.
  2. Spinat auftauen und gut ausdrücken. Linsen in einem Topf mit doppelter Menge Wasser aufkochen und ca. 15 Minuten garen.
  3. Brötchen einweichen. Zwiebel schälen und fein würfeln. Räuchertofu ebenfalls nicht zu grob würfeln. Etwas Butter in einer Pfanne erhitzen und Zwiebel darin glasig dünsten. Spinat, das gut uf ausgedrückte Brötchen und Tofu zugeben und kurz mitdünsten. Zu den Linsen geben, kräftig würzen und glatt pürieren. Ggf. abschmecken – die Masse sollte angenehm würzig sein.
  4. Für die Schmorzwiebeln Zwiebel schälen und in Ringe schneiden. Butter und Pflanzenöl in der bereits verwendeten Pfanne erhitzen und Zwiebelringe geduldig braun schmoren.

  5. Teig in vier Portionen teilen und mithilfe der Nudelmaschine zu dünnen Bahnen auswellen (Stufe 2 von 7). Auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche ausbreiten und nicht zu dick mit der Füllungsmasse bestreichen, dabei an einer der Längsseite einen etwa einen Zentimeter breiten Rand freilassen. Diesen mit etwas Eiweiß bestreichen. Die Kurzen Seiten über die Füllung klappen und Teigbahn von der anderen Längsseite her einrollen. Etwas flach drücken und je in ca. 5 cm. Abstand parallel zu den kurzen Seiten mit dem Stiel eines Kochlöffels Mulden hineindrücken. Teigrolle mit einem scharfen Messer an diesen Stellen zerteilen und auf einem Brett o. Ä. bis zum Kochen aufbewahren. Mit dem übrigen Teig bzw. der übrigen Masse ebenso verfahren.*
  6. Gesalzenes Wasser in einem großen Topf zum Kochen bringen, dann die Hitze reduzieren, dass das Wasser nur noch leicht wallt. Maultaschen zugeben und gar ziehen lassen, bis die Maultaschen an die Wasserobefläche steigen. Herausschöpfen und in einem Sieb abtropfen lassen.
  7. Maultaschen in der Zwiebelpfanne kurz durchschwenken. Dazu passt perfekt: Grüner Salat mit cremigen Zitronendressing, s. u.

NOTIZEN

nach grain de sel

* Etwaige Teigreste zu Tagliatelle schneiden und trocknen

Cremiges Zitronendressing | milchmädchen.
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Cremiges Zitronendressing

Gericht Salat
Zubereitungszeit 5 Minuten
Portionen 4 Portionen

ZUTATEN

  • Zitronenabrieb einer unbehandelten Zitrone
  • 2 EL Zitronensaft
  • 2 EL Weißweinessig
  • 6 El Olivenöl
  • 6 El Sahne
  • Salz

SO GEHT'S

  1. Zitrone heiß abspülen, abtrocknen und die Schale abreiben. Auspressen und zwei Esslöffel des Safts zusammen mit den übrigen Zutaten in ein Schraubglas füllen. Zuschrauben und schütteln. Passt hervorragend auf grünen Blattsalat.

Vegetarische Maultaschen | milchmädchen.

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10 Kommentare

  1. Hab‘ dich gehört! Oder besser gesagt: Mein schwäbisches Drittel hat lautstark gegen die blosse Existenz von vegetarischen Maultaschen protestiert. Das schweizerische Drittel hingegen applaudiert der Idee, Nudelteig, Linsen und Tofu in einem Gericht zu vereinen. Und das norddeutsche Drittel ist ganz pragmatisch und bittet um einen Nachschlag. Vom Salat übrigens auch.

    Merci. 😀

    1. Ich hab‘ genau wie Du geguckt: Maultaschen mit-ohne? Was für ein Schmuh! Aber: das schmeckt! Wenig überraschend bei einer Vorköchin wie Micha – trotzdem! Also, exklusiv und nur für Dich: Eine GANZ große Portion – garniert mit herzlichen Grüßen!

      1. Oh, das ist aber wirklich ein Freundschaftsdienst – für mich ist gefüllte Pasta ja das kulinarische Mix-Tape! Also ich würde mich auch gerne mit an den Tisch setzen 😉
        liebe Grüße… und äh ja, geschmeichelte Grüße, dass ich als Vorlage dienten durfte!

  2. Dass Drittelschwaben aus der Schweiz protestieren zu müssen glauben , sei ihnen unbenommen, aber als Komplett- wenn nicht Musterschwabe möchte ich energisch auf die grenzenlose Weite schwäbischen Denkens verweisen, das immerhin Größen wie Schiller, Hegel, Hölderlin, Mörike, Brecht plus zahllose andere hervorgebracht hat. Vegetarische Maultaschen werden wir vor diesem Hintergrund schon noch verkraften, es gibt also keinen Grund zur Konspiration.

    1. Bei denen hier sowieso nicht 😉. Wobei ich just an diesem Wochenende wieder „echte“ und definitiv hausgemachte Maultäschli kosten durfte – und nun SEHR motiviert bin, auch an einer fleischigen Variante zu arbeiten. Any hints? Ich meine zum Beispiel, ein kleines Leberaroma herausgeschmeckt zu haben…

      Viele Grüße!

  3. Davon abgesehen, dass des schwäbische Diminutivle nicht -li, sondern -le lautet, kannst Du Dich ja für den fleischigen Anfang am klassischen Kanon orientieren: Wurstbrät und/oder Hackfleisch, eingeweichte Brötchen, Petersilie oder Spinat, Zwiebeln. Leber in der Maultasche wäre ungewöhnllich, aber weil Leber in der schwäbischen Küche ansonsten häufig püriert und irgendwo untergemengt wird, durchaus vorstellbar, ich halte die Idee sogar für nachgerade prima. Mir selbst gefallen Fisch-Varianten mit Hecht, Zander oder Lachs ganz gut, auch eine Kalbfleischfarce mit Kalbsbries-Stücken drin schmeckt super. Letzten Endes bereitet die ganze Welt irgendwas Maultaschenartiges zu, insofern würde ich sagen: anything goes.

    1. In Sachen -le ähneln die Schwaben den Vorarlbergern, also unserer hiesigen hood. Ich persönlich mag Maultäschli aber akustisch lieber – so von wegen: anything goes 😉. Die Sache mit der pürierten Leber wird beizeiten getestet…

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