Vorsätzlich: Zweierlei Schokoladencreme mit Biskuit, Karamell-Eiscreme und Rosmarinsauce

Beeindruckend, was andere so vorhaben – konzeptuell, generell, mit ihren Blogs und überhaupt.
Ich wollte mal: Einen schnieken Hochglanzblog mit vielen Lesern und noch mehr Aufmerksamkeit. Weil alle sowas haben. Vielleicht auch zur Selbstbestätigung, wer weiß.

Inzwischen weiß ich nicht, ob ich das Projekt Blog überhaupt noch will. Ich koche gern, backe – ich schrieb davon. Ich nehme mir auch immer wieder Dinge vor, die die Dokumentierung lohnen und die es nicht zum 3627. Ma(h)le gibt. Aber mehr dann eben (gerade) auch nicht.

Mir reicht das. Mir ist es sogar mehr als genug. Es gibt sie schließlich noch, die anderen. Und es gibt kleine Abenteuer wie dieses Dessert: Das ein bisschen Zeit kostet, aber jede einzelne Sekunde lohnt. Die Kombination der einzelnen Bausteine auf der Zunge…

Zweierlei Schokoladencreme mit Biskuit, Karamell-Eiscreme und Rosmarinsauce

Gericht Dessert
Vorbereitungszeit 1 Stunde
Zubereitungszeit 1 Stunde
Arbeitszeit 2 Stunden
Portionen 4 Portionen

ZUTATEN

SCHOKOLADENBISKUIT

  • 35 g Zartbitterschokolade 70% Kakaoanteil
  • 35 g Butter
  • 1 Ei Gr. S
  • 44 g Zucker
  • 1 Eiweiß

KARAMELL-EISCREME

  • 30 g Zucker
  • 30 ml Vollmilch
  • 80 ml Sahne
  • 1 Eigelb

DUNKLE SCHOKOLADENCREME

  • 25 ml Vollmilch
  • 40 ml Sahne
  • 7 g Zucker
  • 40 g Zartbitterschokolade 70% Kakaoanteil

MILCHSCHOKOLADENCREME

  • 64 ml Sahne
  • 72 g Vollmilchschokolade

ROSMARINSAUCE

  • 60 ml Sahne
  • 1 Zweig Rosmarin
  • 30 g weiße Schokolade

SO GEHT'S

Am Vorabend

  1. Für den Schokoladenbiskuit Ofen auf 160 Grad vorheizen. Dunkle Schokolade und Butter über einem Wasserbad schmelzen. Ei trennen und das Eigelb mit 9 g des Zuckers schaumig schlagen. Das Eiweiß und den restlichen Zucker (35 g) steif schlagen. Das Schokoladen-Butter-Gemisch zur Eier-Zucker-Mischung geben und vorsichtig den Eischnee unterziehen. Masse möglichst rechteckig auf einem mit Backpapier ausgelegten Backblech verteilen und im vorgeheizten Ofen 20 Minuten lang backen. Auskühlen lassen.

  2. Für die Milchschokoladencreme ebenfalls Sahne in einem kleinen Topf zum Kochen bringen. Milchschokolade grob hacken dazugeben, schmelzen und vorsichtig aufschlagen. Abkühlen lassen und bis zur weiteren Verwendung in den Kühlschrank stellen.
  3. Für die Creme aus dunkler Schokolade Milch, Sahne und Zucker in einem kleinen Topf zum Kochen bringen. Die Schokolade grob hacken, dazugeben, schmelzen und vorsichtig aufschlagen. Die Creme erkalten lassen und ebenfalls bis zur weiteren Verarbeitung in den Kühlschrank stellen.

Am nächsten Tag

  1. Für die Eiscreme den Zucker und einen kleinen Schluck Wasser in einem kleinen Topf unter ständigem Rühren karamellisieren. Während das Karamell köchelt, die restlichen Zutaten zu einer Creme verrühren. Sobald der Zucker goldbraun geschmolzen ist, Creme langsam und peu à peu dazugießen und vermengen, sodass das Karamell möglichst nicht fest wird. Die fertige Masse in eine Plastikdose mit Deckel o. Ä. füllen und für mindestens vier Stunden ins Gefrierfach stellen.
  2. Für die Rosmarinsauce die weiße Schokolade grob hacken. Sahne und Rosmarin in einem kleinen Topf zum Kochen bringen. Fünf Minuten lang köcheln lassen, den Rosmarinzweig entfernen und die weiße Schokolade hinzufügen und schmelzen lassen. Gut vermengen, vom Herd nehmen und ebenfalls kühl stellen..
  3. Zum Servieren das Biskuit in zwei mal vier Quadrate schneiden. Je ein Quadrat auf einen Teller legen und ringsherum Rosmarinsauce angießen. Abwechselnd kleine Kugeln aus dunkler Schokoladen- und Milchschokoladencreme mit einem Spritzbeutel auf das Gebäck spritzen, wahlweise mit einem Löffel daraufklecksen. Mit einem weiteren Stück Biskuit abdecken. Mit einem Löffel Karamell-Eiscreme krönen.

Einkaufszettel
75 g (= 35 + 40 g) dunkle Schokolade, 70% Kakaoanteil
72 g Vollmilchschokolade
30 g weiße Schokolade
35 g Butter
2 Eier (S)
81 g (= 44 + 7 + 30g) Zucker
55 ml (= 25 + 30 ml) Vollmilch
244 ml (= 40 + 64 + 60 + 80 ml) Sahne
1 kl. Rosmarinzweig

Ice, ice baby!

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Vorsätzlich: Zweierlei Schokoladencreme mit Biskuit, Karamell-Eiscreme und Rosmarinsauce
Beeindruckend, was andere so vorhaben – konzeptuell, generell, mit ihren Blogs und überhaupt. Ich wollte mal: Einen schnieken Hochglanzblog mit vielen Lesern und noch mehr Aufmerksamkeit. Weil alle sowas haben. Vielleicht auch zur Selbstbestätigung, wer weiß. Inzwischen weiß ich nicht, ob ich das Projekt Blog überhaupt noch will. Ich koche gern, backe – ich schrieb davon....

6 Kommentare

  1. Liebes Milchmädchen,
    ich komme wegen solcher Posts immer wieder so gerne zu dir! Mir geht es oft so wie dir und ich freue mich so, bei dir meine Gedanken in Worte gefasst zu finden. Fertig bin ich noch nicht mit meinen Überlegungen. Ich mag das bloggen, mag die Resonanz, manchmal hätte ich gerne mehr. Dann freue ich mich über jeden Kommentar wie ein Schneekönig und denke, das reicht doch! Es müssen nicht 2000 fb-Follower sein. Dann an anderen Tagen reicht es mir nicht. Und weil mein Jahr 2013 mehr als durchwachsen war, muss ich wohl noch ein bisschen durchatmen, bis ich da klarer sehe. Ich wünsche dir eine schöne Silvesternacht und ein gutes 2014! Ich komme immer gerne zu dir!
    Ganz liebe Grüße, Christina

  2. Für ein solchen Dessert würde ich Meilen laufen – allein der Schokoladen-Biskuit ohne Mehl. 🙂
    Ich wünsche dir ein wundervolles neues Jahr! Und zweifle nicht so viel, davon bekommt man nur graue Haare. 😉 Ich habe auch nicht 100.000 Leser im Monat – so what?
    Ganz liebe Grüße,
    Eva

  3. Vielen Dank – Du hast so recht! Und da ich keine Lust mehr habe auf diese Sory-dass-es-hier-alles-so-unregelmäßig-ist-und-so-wenig-olé-olé-geschniegelt – my New Year's resolution: Weniger ist mehr!

  4. Guten Morgen,

    also, dass nenn ich mal ein Dessert!! Sieht klasse aus und ich wette es ist jede einzelne Kalorien wert 🙂 (jetzt wo alle immer darüber reden, gerade jetzt wo doch alles soooo lecker ist!!!)

    Du schreibst mir – mit deinen Anfangszeilen – quasi richtig aus der Seele,
    sicher ist es toll, seine Rezepte mit anderen zu teilen, aber nur ein paar Rezepte zu schreiben und fast täglich posten um des Teilenswillen??? Also, ehrlich, wer will schon 1000 Follower, die immer nur ja und Amen zu allem sagen – HEY, dein Blog ist klasse und deine Leser wissen ihn richtig wert zu schätzen, ich meine schau dir doch mal deine tollen Kommentare an, das ist nicht nur so sinnloses: LECKER, SUPER, KLASSE, sondern echt tolle Kommentare, weil sie DIR gerne was nettes schreiben wollen, weil sie von DEINEN Rezepten und DEINEN Beiträgen begeistert sind!!

    Ich darf gerade eh ned reden, aber was soll's – jeder sollte für sich eine eigene Motivation finden, willst meine wissen?
    ok, ich bin so frei und drück sie dir mal aufs Auge: mein eigenes Kochbuch, nur für mich oder vll. Weihnachten mal für die Familie …
    Ich hätte nämlich gerne so meine Standartwerke mal gesammelt und wenn eine Freundin ein tollen Kuchen oder veg. Rezept braucht, ist sie dankbar und ich kann ich ein tolles Bild dazuliefern und somit habe ich mir selbst und auch ihr eine Freude gemacht.

    Für mich ist das natürlich auch, weil ich kann meine Rezepte nicht aus dem FFF, muss immer so abwiegen, messen, …

    sodala, genug geplauert – die 2 Tasse Kaffee war wohl wieder mal zu viel, es sprudelt nur so raus aus mir … 🙂

    lg Netzchen

  5. Hi nochmals!

    Also verklemmen soll man sich ja bekanntlich nichts – könnte im Alter zu Problemen führen! Ich will nur sagen, lies dir deine tollen Kommentare durch wenn du gerade nicht so gut drauf bist und wenn du dann immer noch nicht Posten willst – lass es einfach, irgendwann kommt die Zeit wieder so du mehr Lust hast!
    Aber aufgeben würde ich deinen tollen Blog indem doch so viel Herzblut und kreatives Schreibwirrwarr steckt nicht so einfach!

    Denk an die Anerkennung deiner tollen Leser, die dir immer gerne zulesen und auf weitere Posts warten – und sch…. Drauf wie lange es dauert, so in diesem Sinne – gut Ding braucht manchmal etwas länger !

    War gerade noch im Kino – Walter MITTY kann ich nur weiterempfehlen!

    P.S.: hatte vor dem Film noch einen Kaffee 🙂

    LG Netzchen

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